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Ein ausgeschlachteter BMW: So ähnlich haben wohl viele Fahrzeuge ausgesehen, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Foto: PZ-Archiv
Ein ausgeschlachteter BMW: So ähnlich haben wohl viele Fahrzeuge ausgesehen, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Foto: PZ-Archiv © PZ-Archiv
11.09.2017

Auf Navis spezialisierte Bande knackt 13 BMW in Pforzheimer Autohaus

Pforzheim. Dass spezialisierte Autoknackerbanden Navigationssysteme, Airbags, Lenkräder und Instrumenteneinheiten vorzugsweise von BMW und Mercedes stehlen, ist seit ein paar Jahren Jahren trauriger Alltag in der Region. Doch jetzt haben die Diebstähle zumindest in Pforzheim eine neue Dimension erreicht: Gleich 13 BMW wurden bei einem Autohaus an der Karlsruher Straße auf der Wilferdinger Höhe aufgebrochen.

In der Nacht zum Montag suchten die scheinbar gut organisierten Verbrecher das Autohaus heim. Die Täter brachen 13 BMW auf und bauten mehrere Geräte fachgerecht aus. Der Sachschaden beläuft sich schätzungsweise auf etwa 130.000 Euro. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Pforzheim, Telefon (07231 1860, zu melden.

Im März 2016 wurden von einem Schöffengericht in Pforzheim fünf auf BMW spezialisierte Autoknacker wegen Bandendiebstahls, schweren Diebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei zu vier Jahren und zehn Monaten, drei Jahren und zehn Monaten und zwei Jahren Haftstrafe sowie neun Monaten auf Bewährung und einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die zwei Bewährungsstrafen begründeten sich auf die Vorstrafenfreiheit der Männer.

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Autoknacker: Wer klaut wann und wie?

Immer wieder werden in der Region Autos aufgebrochen, die Lenkräder geklaut, Navigationsgeräte ausgebaut oder die Fahrzeuge verschwinden komplett. Zuletzt wurden in einem Pforzheimer Autohaus 13 BMW aufgebrochen. Im Mühlacker Wohngebiet Stöckach wurden einmal in einer Nacht gleich sieben Fahrzeuge aufgebrochen. In Neulingen-Bauschlott waren einst in einer Nacht vier BWM und ein Mercedes, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden.

Wer steckt hinter den Taten?

Laut Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, sind für die Autoaufbrüche in der gesamten Region meist osteuropäische Banden verantwortlich. „Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Sie schlagen schnell und zielstrebig zu und bringen die Beute schnell außer Landes.“ Dort, so Minet, werde diese dann über Händler oder das Internet weiterverhökert.

Wo sind die Schwerpunkte?

Von konkreten Schwerpunkten zu sprechen, sei schwierig, sagt Minet. Denn die Banden zögen „heuschreckenartig“ durch die Lande und schlügen mal hier, mal dort zu. Anders als bei Wohnungseinbrüchen, bei denen die Zahl in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch sei, hätten die Autoknacker zudem das ganze Jahr über Konjunktur.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Meistens handelt es sich um hochwertige Modelle der Marken BMW oder Mercedes.

Wie gehen die Diebe vor?

Zunächst werden Straßenzüge oder abgelegene Autohäuser ausgekundschaftet, dann wird – häufig in der Nacht – zugeschlagen. Wie Polizeisprecher Minet betont, seien die Täter in Gruppen unterwegs, einige stehen Wache, einige knacken die Autos und montieren Navigationsgeräte und Lenkräder ab. Wenn Scheiben eingeschlagen werden, geschieht dies meistens so, dass die Diebe diese vorher abdämmen, um weniger Lärm zu verursachen.

Weshalb versuchen die Banden nicht, die Autos zu klauen?

Auch dies kommt vor, jedoch seltener. Kleinteile lassen sich leichter ins Ausland schaffen, zudem können moderne Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres kurzgeschlossen werden. Es gibt jedoch auch Einbrecher, die es gezielt auf Fahrzeuge abgesehen haben. Diese brechen dazu in die Häuser ein, stehlen den Schlüssel und fahren mit dem Auto davon. Insbesondere Fahrzeuge, deren Wert im sechsstelligen Bereich liegt, seien von dieser Vorgehensweise betroffen.

Was ist zu tun, wenn man Täter ertappt?

Auf keinen Fall den Helden spielen, warnt Minet. Man wisse nie, wie aggressiv die Verbrecher seien, im schlimmsten Fall bestehe Lebensgefahr. Stattdessen solle man sofort die Polizei verständigen und – falls die Täter fliehen – möglichst genau beobachten, wie die Täter aussehen und wohin sie sich entfernen.

Wie ist die Aufklärungsquote?

Wie bei Einbruchsdelikten üblich, ist diese nicht hoch. Zwar versucht die Polizei mithilfe von Computerexperten insbesondere den Hintermännern, die die Ware verkaufen, auf die Schliche zu kommen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Dabei ist jeder Einbruch einer zu viel“, betont Minet. --- max

DerNachtgrapp
11.09.2017
Auf Navis spezialisierte Bande knackt 13 BMW in Pforzheimer Autohaus

Man hat sich ja mit Meldungen dieser Art fast schon abgefunden, ja sie scheinen geradezu normal. Diese Erkenntnis ist sehr bitter. Der eigentliche Skandal ist aber der, dass es offensichtlich kaum eine Handhabe zu geben scheint, diesen hochkriminellen Banden das Handwerk zu legen. Dies ist natürlich äußerst motivierend für dieses Klientel, auch weiterhin bei uns seiner Arbeit nachzugehen. mehr...