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Der Neubau nach der Kriegszerstörung mit dem Schriftzug „Andreas Daub“. Foto: Stadtarchiv
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Erinnerung an die Schmuckfabrik. Foto: efte
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Das originale Firmen-Portal. Foto: privat
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Alter Schriftzug am Neubau. Foto: efte

Auf der Suche nach zehn goldenen Buchstaben: Erinnerung ans Daubsche Areal

Pforzheim. Efte geht durch die Stadt und vermisst einen Schriftzug: den von „Andreas Daub“, der sich einst auf dem Portal der Schmuckwarenfabrik befand, auf deren Areal sich heute das neue Hilda-Gymnasium befindet, dessen Altbau für die neue Bertha-Benz-Halle abgerissen wurde. Vor dieser, an der Ecke Luisen- und Museumstraße, wurde mittlerweile das historische Daubsche Eingangstor aufgestellt. Aber die zehn goldenen Buchstaben fehlen, die auf den Firmengründer und Namensgeber verwiesen haben. Warum? „Es bestand die Sorge, dass die Beschriftung verwirren könnte,“ lautet dazu die Antwort auf eine Nachfrage im Rathaus – wohl wenn unten „Andreas Daub“ und drüber „Bertha Benz“ zu lesen ist. Aber der historische Kontext werde künftig auf einer Infotafel erläutert, heißt es weiter.

Andreas Daub wurde 1843 in Geisingen (heute Freiberg am Neckar) bei Ludwigsburg geboren und erlernte in Stuttgart das Goldschmiedehandwerk. Danach zog er nach Pforzheim, arbeitete in verschiedenen Fabriken und eröffnete im Februar 1874 sein eigenes Geschäft in einer Stube seiner an der Hafnergasse gelegenen Wohnung. Die erwies sich bald als zu klein. An der Lindenstraße konnte er sich vergrößern. 1884 erwarb er das Anwesen Luisenstraße 25. Zwei Jahrzehnte später wurde hier der Grundstein für einen Neubau gelegt, der 1905 vollendet war. Im Jahr 1914 war die Belegschaft auf rund 750 Mitarbeiter gewachsen. Die Nachfrage nach der Marke „A.D“ hatte vor allem durch den Doublé-Schmuck eine nie geahnte Blüte erlebt.

Beim Luftangriff am 23. Februar 1945 blieb auch das Daubsche Anwesen vom Bombenhagel der Alliierten nicht verschont. Es wurde wieder aufgebaut, doch Anfang des Jahres 2002 wurde in neues Kapitel der Firmengeschichte aufgeschlagen und an der Esslinger Straße auf der Wilferdinger Höhe ein neues Firmengebäude bezogen. Das zwischen Luisen- und Kiehnlestraße gelegene Grundstück war von der Stadt erworben, zunächst als Parkplatz und schließlich für ein neues Hilda-Gymnasium genutzt worden.

Vor dem Abriss der alten Firmengebäude wurde das repräsentative Eingangsportal gesichert, um es später einmal in den Schulneubau zu integrieren und mit ihm an die frühere Schmuckwarenfabrik Andreas Daub zu erinnern. Diese hatte sich jedoch, sie wird heute in vierter und fünfter Generation der Gründerfamilie geführt, die zehn goldenen Namensbuchstaben für ihren Neubau gesichert, wo er an der Fassade angebracht ist. Wenn nun am von drei Fahnenmasten gesäumten, historischen Daub-Portal vor der Bertha-Benz-Halle eine Infotafel angebracht wird, erhofft sich Schmuckfabrik-Inhaber Kurt Daub, dass dies im Sinne dessen geschieht, auf das er im Gespräch mit der Stadt bereits anfang vergangenen Jahres hingewiesen hat: „Das Portal soll nicht ein Gedenkstein für die Firma Andreas Daub sein, sondern es stellt den Rest des architektonisch herausstechenden früheren Gebäudes dar. Zudem sehen wir es als notwendig an, dass man herausstellt, dass die Firma Andreas Daub sich im Jahr 2001 mit über 100 Mitarbeitern entschieden hat, am Standort Pforzheim eine neue Zukunftsfabrik zu bauen, welche es erlaubt, unter den modernsten Gesichtspunkten die Prozessabläufe zu organisieren und unsere ökologischen Ziele umzusetzen.“

Dem noch angefügt wurde: „Bitte versuchen Sie, diesen Aspekt unbedingt in die Umsetzung der Infotafel mit einzubauen.“ Man kann gespannt sein, wie diesem Wunsch entsprochen wird.