Pforzheim. Wie gerne hätte Edwin Rapp, heimgekehrt aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, sein Studium der Fächer Erdkunde, Geschichte und Sport wieder aufgenommen. „Sie sind fünf Jahre zu spät dran“, sagten Bürokraten im Oberschulamt Karlsruhe – „und dann kam halt alles anders“, sagt der Mann, der am Mittwoch 90 Jahre alt wird.
Es kam schon anders, als Rapp, drittes Kind des Schneidermeisters August Rapp und dessen Ehefrau Katharina – in Stein geboren – sein Studium jäh unterbrechen musste: Man schrieb das Jahr 1944, der 18-Jährige wurde nach Beendigung seiner militärischen Ausbildung mit seinem Regiment in die Slowakei verlegt. Durch einen Handgranaten-Volltreffer wurde er verwundet – und kam wieder an die Front. Erneut wurde er schwer verwundet, geriet im „Kessel von Halbe“ in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Ironie des Schicksals: 53 Jahre später, bei der Verleihung des Goldenen Verdienstordens der russischen Kriegsveteranen in Moskau, begegnete Rapp dem Offizier der Roten Armee wieder, der ihn in Halbe 1945 gefangen genommen hatte. Es war der Beginn einer tiefen Freundschaft. Aus Feinden wurden Freunde.Mehr lesen Sie amDienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

