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Mit Liebe gepflegt, aber doch sehr puristisch: die Pflanzkübel auf der Terrasse – vor der Umgestaltung.  Foto: Moritz 
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Teresa Neuhaus, Fachbereichsleitung Soziale Dienste, Schulleiter André Sikavica, Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, Schulbegleiterin lrike Rentschler sowie Heilpädagogin Tanja Huttenloch (von links) und FSJler Nereo Eder (vorne). freuen sich mit den Mädchen und Jungen der Anna-Bertha-Königsegg-Schule über den neu gestalteten Terrassenbereich mit den neuen sicheren Fallschutzmatten (vorne). Im Hintergrund sind noch die alten, schwarzen Platten verlegt.  Foto: Meyer 

Außenterrasse der Anna-Bertha-Königsegg-Schule erstrahlt: .Neues Herzstück sorgt für Furore

Alles wird teurer. Auch die Kosten bei zugesagten Projekten von „Menschen in Not“ steigen. Im Dezember 2020 war die Erneuerung der Außenterrasse der Anna-Bertha-Königsegg-Schule an der Blumenheckstraße im Norden der Stadt mit rund 15.000 Euro Teil der Weihnachtsaktion. Der Bereich sollte erneuert und einige Spielgeräte gekauft werden: eine Vogelnestschaukel, zwei roll- und unterfahrbare Sand- und Pflanztische, ein unterfahrbares Xylophon sowie ein drehbarer Zerrspiegel.

Das klappte nicht. „Durch die enorme Preissteigerung bei Holz- und Stahlprodukten konnte nicht alles vom damaligen Antrag umgesetzt werden“, erklärt Teresa Neuhaus, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste. Die Kinder der Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung können sich nun freuen über: eine Nestschaukel, zwei unterfahrbare Sandtische, einen Sonnenschirm, Sichtschutz, zwei Sitzsäcke und neue Fallschutzmatten auf einer Fläche von rund 35 Quadratmetern der hundert Quadratmeter großen Terrasse. Fallschutzmatten aus weichem Kunststoff dienen dem Schutz der Kinder bei Stürzen. „Eine Elternaktion bei der die alten Terrassenplatten entfernt werden, war coronabedingt nicht möglich“, so Schulleiter André Sikavica. Die Platten auf den 35 Quadratmetern rund um die Nestschaukel mussten von Handwerkern professionell entfernt und Neue eingesetzt werden.

Und der restliche Teil der Terrasse? „Vielleicht fühlt sich ein Betrieb angesprochen, die Finanzierung und den Einbau weiterer Fallschutzplatten zu übernehmen“, hofft er. Sonst wird auch hierfür „Menschen in Not“ aufkommen, so die Zusage des Vorstands der PZ-Hilfsaktion.

Herzstück des Außenbereichs ist die Nestschaukel. „Herzlichen Dank dafür“, freut sich der Schulleiter. „Sie ist der ruhige Raum und bietet den Kindern und deren Betreuern eine Auszeit.“ An noch angenehm kühlen Sommermorgen ist sie besonders beliebt. „Ali kommt selbst rein und wieder raus. Das hat er gelernt“, berichtet sein Betreuer nicht ohne etwas Stolz. Seinem Kumpel muss geholfen werden. Dann aber liegen die Jungs gemütlich in der Nestschaukel und genießen in aller Stille. Das neue Herzstück ist nicht mehr wegzudenken. Auch nicht, weil der neue große Sonnenschirm ihnen angenehmen Schatten spendet.

Unter einem Vordach haben zwei unterfahrbare Pflanztische Platz gefunden. „Kinder im Rollstuhl können gut darin agieren.“ Und so platscht die Neunjährige freudig mit dem Wasser, füllt die Quietschente und lacht dabei von Herzen. „So kann der feinmotorische Bereich der Kinder gefördert werden“, erklärt Sikavica.

Noch mehr Spaß mit Wasser gibt es im Planschbecken, das bei sommerlichen Temperaturen zur Erfrischung einlädt. „Damit die Kinder geschützt sind, mussten wir am Geländer Sichtschutz anbringen“, erzählt der Schulleiter weiter. Zwei große Bäume direkt vor der Terrasse, die das bisher übernommen haben, wurden im Frühjahr entfernt, weil die Wurzeln Schäden am Gebäude verursacht haben.

Die Außenterrasse wird täglich von den zwei Gruppen der schwerst- und mehrfachbehinderten Kinder genutzt. Ihre Klassenzimmer haben direktem Zugang. „Aber auch Kinder aus den Nachbarklassen gehen raus.“ Die Verschiedenheit der Schülerschaft mache das immer wieder aufs Neue interessant. Während der Ferienzeit wird der Außenbereich von Kollegen aus der Frühförderung des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) genutzt. Dann gehen sie mit den Therapiekindern auf die Außenterrasse, genauso wie Betreuer des Kindergarten im Nebengebäude mit ihren Gruppen.

Jetzt fehlen noch die Zerrspiegel, die nicht mehr im ursprünglich zugesagten Budget enthalten sind. „Menschen in Not“ stockt den Hilfebetrag auf. Schließlich fördern die Spiegelelemente die visuelle Wahrnehmung der ohnehin schon schwer beeinträchtigten Kinder.

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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