nach oben
Bürgermeisterin Sibylle Schüssler begrüßt die Azubis beim EU-Planspiel. Foto: Meyer
Bürgermeisterin Sibylle Schüssler begrüßt die Azubis beim EU-Planspiel. Foto: Meyer
02.11.2017

Auszubildende entwickeln bei Planspiel Lösungsansätze für Asylpolitik

Pforzheim. Echte Themen, reale Vorbilder und ein fast authentisches Szenario: Beim Planspiel Europa schlüpfen Auszubildende des Landratsamts und der Stadt Pforzheim am Donnerstag in die Rolle von Abgeordneten, die keine geringere Aufgabe haben, als Lösungsansätze für die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik zu entwickeln.

Bereits zum vierten Mal findet der eigens für die Azubis veranstalteter Gipfel zu europapolitischen Themen statt. Während es in den vergangenen Jahren um Fragen wie die der Osterweiterung ging, habe man bei der diesjährigen Auflage bewusst das Thema Flüchtlingspolitik gewählt, wie Anna-Lena Beilschmidt, Leiterin der Abteilung Europa und Städtepartnerschaft, erklärt. „Auf europäischer Ebene werden viele Entscheidungen gefällt, die direkten Einfluss auf die kommunale Ebene und somit den Berufsalltag der Auszubildenden haben“, so Beilschmidt. Das von der Stadt Pforzheim in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung organisierte und von CIVIC, einem Düsseldorfer Institut für politische Bildung, konzipierte Rollenspiel, soll die Europapolitik für die angehenden Mitarbeiter nachvollziehbarer machen.

Während des Azubi-Gipfels schlüpfen die 40 Teilnehmer in die Rollen von nationalen Ministern im Rat der Europäischen Union, Parlamentariern und Kommissions-Vertretern. Jedem wird per Zufall eine Rolle zugelost, die er während des Planspiels spielen muss. So ist der 19-jährige Ingmar Uhle, im realen Leben Auszubildender beim Landratsamt, an diesem Tag ein slowenischer Minister – der in seinem Land keine Flüchtlinge aufnehmen möchte. Jeden Gesetzesentwurf der Kommission blockt er vehement ab. Ein Umstand, der für die 23-jährige Miriam Lauvai, an diesem Tag Kommissionsmitglied, sonst Auszubildende der Stadt, die Haare raufen lässt. „Man merkte schnell, dass viele vor allem für sich selbst kämpften“, sagt sie. Beide sind sich einig: Politik kann zäh sein – und braucht Zeit.

Denn am Ende des fünfstündigen Gipfels können sich Parlament und Rat auf keine Gesetzesänderung einigen. Ein Ergebnis, das für Georg Schwedt von CIVIC sowohl realistisch, als auch ein Beweis für die engagierten Azubis ist. „Die Rollen wurden sehr gut angenommen und entsprechend wurde auch diskutiert.“