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Für Daniel Emmendörfer ist die Arbeit am Auto nicht nur Beruf, sondern auch Leidenschaft. Foto: Türschmann
Für Daniel Emmendörfer ist die Arbeit am Auto nicht nur Beruf, sondern auch Leidenschaft. Foto: Türschmann
30.12.2015

Azubi des Monats Dezember: Daniels Liebe rostet nicht

Daniel Emmendörfer absolviert eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beim Opel-Autohaus Gerstel in Pforzheim. Der 20-Jährige besticht mit Sportlichkeit, Umweltbewusstsein und Bescheidenheit – und überzeugt damit sowohl seine Kunden als auch seine Vorgesetzten.

Interesse an Autos hatte Daniel Emmendörfer schon immer. „Die Technik, die Mechanik und die Elektronik eines Autos sind faszinierend“, erklärt der Eutinger und reibt sich dabei die ölverschmierten Hände an einem Tuch ab. Dass man bei seinem Job oft mal ein bisschen schmutzig wird, „gehört halt dazu“. Handschuhe trägt er nur selten, denn mit den bloßen Händen lasse es sich schlichtweg präziser arbeiten. Beim Wechsel der Achswellenmanschetten greift aber auch Daniel in die Handschuhbox, denn das schmierige, schwarze und stinkende Fett, mit welchem er bei dieser Arbeit in Kontakt kommt, würde er nur sehr schwer von den Händen abbekommen. Ansonsten hat die Präzision aber Vorrang, denn dem jungen Schrauber ist es besonders wichtig, seine Arbeiten am Auto absolut fehlerfrei auszuführen. Die Sicherheit des Kunden steht bei Daniel hierbei an oberster Stelle. Deshalb bringen seine Kollegen und er auch immer wieder Markierungen am Auto an, um sich stetig selbst kontrollieren zu können.

Faszination Automobil

Ist eine Stelle entsprechend gekennzeichnet, kann er später auf einen Blick kontrollieren, ob er diesen Teil des Fahrzeugs schon abschließend geprüft hat. Farbige Nummerierungen mit Magnetwürfeln auf dem Dach zeigen Daniel, welche Art von Arbeit zu verrichten ist. „Eine strukturierte Organisation erleichtert vieles“, sagt Daniel, bevor er das Auto von der Hebebühne absenkt und aus der Werkstatt fährt. Besonders aufregend findet Daniel, „dass die Autos schon seit Hunderten von Jahren funktionieren und sich stetig verbessern“. Innovationen begeistern ihn ebenso wie Altbewährtes. Deshalb war für ihn nach seinem Realschulabschluss klar, dass er sich für einen Beruf in der Automobilbranche entscheiden wird. Beim traditionsreichen Autohaus Gerstel an der Altstädterstraße in Pforzheim – das seit mehr als 100 Jahren fest in Familienhand ist – ist er schließlich fündig geworden. Inzwischen ist der sportliche junge Mann, der trotz seiner Leidenschaft für Autos gerne die Umwelt schont und mit dem Rad aus Eutingen zur Arbeit fährt, im vierten und letzten Lehrjahr.

Im ersten Lehrjahr ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker fast rein schulisch, danach wird sie dual. Das heißt, erst ab dem zweiten Jahr arbeitet der Azubi richtig im Betrieb mit und lernt alles über Service, Wartung und Reparatur von Automobilen auch praktisch umzusetzen. Und genau das ist es, was Daniel an seiner Ausbildung so Spaß macht: „Handwerklich arbeiten, mal richtig zupacken, das gefällt mir“. Wenn der 20-Jährige gerade mal nicht an Autos schraubt – privat fährt er einen Opel GTC, der auch schon von ihm getunt wurde – geht er ins Fitness-Studio, hört Musik oder trifft sich mit Freunden.

Nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung

Was Daniel nach seiner Ausbildung machen will? „Das steht noch in den Sternen“, meint er schulterzuckend. „Vielleicht mache ich den Meister, werde Techniker oder gehe noch studieren.“ Auf jeden Fall will ich weiterhin in der Branche tätig sein“, fügt er hinzu und lächelt. Seine unbeschwerte Art ist es, die auch seine Kollegen und Vorgesetzten schätzen, wie zum Beispiel Timo Gerstel, Daniels Ausbilder und Geschäftsführer von Opel Gerstel. „Daniel absolviert seine Ausbildung wirklich gut. Er hat sich stetig weiterentwickelt“, so Gerstel, der einst selbst die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker durchlaufen und später gemeinsam mit seinem Bruder den elterlichen Betrieb übernommen hat. Oft gebe es Azubis, die sich beschweren, dass sie noch keine besonders anspruchsvollen Aufgaben erhalten und zum Beispiel ständig Räder wechseln müssten, erklärt Gerstel. Daniel sei jedoch das genaue Gegenteil: „Auch bei einer vermeintlich blöden Aufgabe beißt er die Zähne zusammen und beschwert sich nicht. Das macht er verdammt gut.“ Auch aus der Schule hört Timo Gerstel nur Gutes über Daniel. Bei Infoabenden, welche einem Elternabend gleichen, informiert er sich über die Leistungen seiner Auszubildenden.

Bescheidenheit ist es, die Daniel auszeichnet, da ist sich Timo Gerstel sicher. „Ich habe diese Auszeichnung genauso wie jeder andere Azubi verdient, der jeden Tag seine Arbeit verrichtet und dabei sein Bestes gibt“.