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Auch als es dann um die Gegenfinanzierung der Bäder ging, kamen die Stadträte nicht weiter. Foto: Ketterl
Auch als es dann um die Gegenfinanzierung der Bäder ging, kamen die Stadträte nicht weiter. Foto: Ketterl
13.03.2018

Bäderkonzept: Rettungsring fürs Emma-Jaeger-Bad?

Reichlich unübersichtlich zeigt sich auch nach dem Gemeinderats-Finanzausschuss am Dienstag die kommunalpolitische Lage, was die Zukunft der Pforzheimer Bäderlandschaft angeht. Eine Woche vor der geplanten Entscheidung des Gemeinderats über die Bäderstrategie gibt es, nachdem der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Fuhrmann etwas überraschend eine mehrheitliche Ablehnung der sozialdemokratischen Stadträte angekündigt hat, ziemlich sicher keine Mehrheit für den Vorschlag des Ersten Bürgermeisters Dirk Büscher.

Dieser sieht wie berichtet vor, als Ersatz für das Ende 2018 aus Gründen der Bausicherheit schließende innerstädtische Emma-Jaeger-Bad ein Kombibad auf dem Wartberg zu errichten, mit Hallenbad und auch neuem, deutlich kleineren Freibad-Teil. Büschers Vorschlag mochte am Dienstag nur noch die CDU folgen. Alles andere sei nicht realistisch und gefährde somit, dass es überhaupt noch eine Lösung für eine nennenswerte Bäderlandschaft gebe, so CDU-Sprecher Carsten von Zepelin. SPD-Sprecher Ralf Fuhrmann erklärte demgegenüber, es sei auch ihm völlig klar, dass nicht alle Bäder erhalten werden könnten, aber nach langer Diskussion genieße bei der SPD das innerstädtische Emma-Jaeger-Bad höchste Priorität. Ähnlich äußerte sich der AfD-Fraktionsvorsitzende Bernd Grimmer. Auch die AfD wird für ein erneuertes Emma-Jaeger-Bad votieren; Grimmer sagte aber, er wolle lieber das größere als das kleinere der beiden Freibäder erhalten - also eher das Wartberg- als das Nagoldbad.

Die Grüne Liste hatte sich bereits für das „Emma“, allerdings in Kombination mit dem Nagoldbad, ausgesprochen. Für die UB genießt das „Emma“ Prioriät, sie will aber am liebsten alle Bäder erhalten. Letzteres ist wie berichtet auch die Position der Freien Wähler, deren Sprecher Michael Schwarz der Verwaltung allerdings fehlerhafte Kalkulation vorwarf – ein Vorwurf, der sonst von niemandem geteilt und von einzelnen wie Carsten von Zepelin ausdrücklich zurückgewiesen wurde. Uta Golderer, Bündnis90/Grüne, erklärte, sie hätte mit dem Vorschlag des Kombibads leben könnem. Das Konzept der Stadtteilbäder sei überholt. „Die Huchenfelder haben eben einfach am lautesten geschrien.“ Denn für einen möglichst sofortigen Neubau des Huchenfelder Bads sprachen sich ansonsten alle Fraktionen und Gruopierungen aus, dieser scheint sicher. Am wahrscheinlichsten ist nach der gestrigen Sitzung nicht nur für Uta Golderer der Rückschluss: „Jetzt läuft es ja dann wieder aufs Emma-Jaeger-Bad hinaus.“ Der Gemeinderat ist wohl bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen und an anderer Stelle zu kürzen. Der sichtlich angefasste Bäder- und designierte Finanzbürgermeister Dirk Büscher prognostizierte, Kürzungen würden dann wohl im Sozialsektror oder beim Theater erfolgen.

Wobei ihm angesichts der Ablehung seines mit den bislang vom Gemeinderat bewilligten Mitteln durchgerechneten Bäderkonzepts schwante: „Das wird an die Wand gefahren.“ In einem Treffen am Montag möchte OB Peter Boch nun mögliche Formulierungen und Vorschläge für die Sitzung am Dienstag besprechen, damit genau das nicht passiert. Das Rechtsamt bat die Fraktionen, Anträge zu der komplizierten Materie bis Freitag einzureichen.