Pforzheim. Dass Zonta, die internationale Organisation berufstätiger Frauen, in der Stadt und von Pforzheim aus seit Jahrzehnten Großes bewirkt, ist Karin Saeger (78) zu verdanken. Die gebürtige Nürnbergerin gründete hier im Jahr 1979 eine neue Vertretung jener Vereinigung, der sie selbst seit 1970 angehört. Für ihr unermüdliches und beherztes Engagement zeichnet Oberbürgermeister Peter Boch die Juristin im Rahmen des Neujahrsempfangs mit der Bürgermedaille der Stadt Pforzheim aus. Dieser ausdauernde Einsatz gehe „weit über den Rahmen normaler ehrenamtlicher Tätigkeit hinaus“, bescheinigt Boch der Geehrten: „Ihr außergewöhnliches Maß an Engagement und Ihr Einsatz für die Belange von Frauen in Pforzheim und darüber hinaus sind in jeder Hinsicht herausragend und ehrungswürdig.“
Zunächst als Strafrichterin, dann bis zur Pensionierung als Familienrichterin war Saeger beruflich stark gefordert. Dennoch unterstützte sie den städtischen Jugendwohlfahrtsausschuss und war dann später im Ruhestand in rund 200 Fällen als Verfahrensbeistand von Kindern tätig.
Soziale Verantwortung zeigt Saeger insbesondere auch bei Zonta. Ungezählte örtliche Projekte wurden finanziert, enorme Spenden generiert – der jährliche Zonta-Flohmarkt im Rathaus etwa sei nach 33 Jahren „eine Pforzheimer Institution“, betont Boch. Bis heute habe der hiesige Club rund eine halbe Million Euro für lokale und internationale Hilfsprojekte gesammelt. Saeger bekleidete das örtliche Präsidentenamt, war Direktorin auf Landesebene und Anfang der 2000er-Jahre zudem Präsidentin der gesamten deutschen Clubs. Sie reiste wiederholt nach Bulgarien, um bei der Gründung dortiger Clubs zu helfen, und stieß Schüleraustauschprogramme an.
Im Landesfrauenrat wie in internationalen Gremien setzte Saeger Akzente, aber auch als Historikerin, Herausgeberin und Autorin. Von 2015 bis 2018 nahm sie sich mit weiteren Mitstreiterinnen einer Integrationsklasse der Carlo-Schmid-Schule an, um jungen Frauen ihr neues Umfeld näherzubringen und ihnen beim Überwinden alltäglicher Hürden zu helfen. Wie Saeger Familie, Karriere und Beruf unter einen Hut bekommen habe, nötige ihm „allergrößten Respekt“ ab und könne junge Frauen und Männer inspirieren, so Boch.
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