Seine Zeit besser als mit Alkohol zunutzen, darauf weist das Plakat vonLeonie Scholl hin.
Paul Hahn
Pforzheim
Bei Plakatwettbewerb: Silber für Schülerin aus Pforzheim bei Bundeswettbewerb „bunt statt blau“

Pforzheim/Berlin. Erfolg für die baden-württembergische Landessiegerin Leonie Scholl auch im bundesweiten DAK-Plakatwettbewerb „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“: Die 18-jährige Schülerin aus Pforzheim ist in Berlin mit dem zweiten Platz ausgezeichnet worden. Rund 7000 Schülerinnen und Schüler haben sich in diesem Jahr an der Präventionskampagne der DAK Gesundheit zum Thema Alkoholmissbrauch beteiligt. Die Preise wurden feierlich in Berlin verliehen.

Der Bundessieg geht an die 15-jährige Vivien Manzke aus Schleswig-Holstein. Sie darf sich über den Hauptpreis von 500 Euro freuen. Leonie Scholl (18) aus Pforzheim holt Silber für Baden-Württemberg und gewinnt 400 Euro. Sie beschreibt die Motivation für ihr Plakat so: „Die Idee hinter meinem Plakat ist, zu zeigen, wie Alkohol Menschen zerstört. Unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Drogen verändert man sich, nachdem der Rausch vorbei ist, erinnert man sich kaum noch daran, was geschehen ist und fühlt sich körperlich und mental schlecht.“ Ihr Plakat soll mit dem Titel „Use your time wisely“ genau darauf hinweisen und anregen, sich von Alkohol und dem ,,blau sein“ abzuwenden und seine Zeit besser zu nutzen, beispielsweise für Hobbys wie Malerei.

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Bundesschirmherr des Wettbewerbs ist der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Hendrik Streeck. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie kreativ und ideenreich sich Jugendliche mit dem wichtigen Thema Alkoholmissbrauch auseinandersetzen. Jeder junge Mensch, der mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik landet, ist einer zu viel“, so Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

Durch die Präventionskampagne wolle man Mädchen und Jungen auf die Risiken des Komatrinkens hinweisen.

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Bundesweit mussten 2023 rund 9300 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Das waren 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit diesem deutlichen Rückgang verzeichnete das Statistische Bundesamt 2023 den niedrigsten Stand von Klinikbehandlungen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung seit 2001.

Das Institut für Therapie und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der selbst gemalten Plakate im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken sie bei jungen Menschen die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist.