Pforzheim. Im weißen Kittel wandelt Günter Wachtler durch die Regalreihen und erweckt den Eindruck, als wolle er direkt mit der Beratung von Besuchern beginnen. Etliche Waren stehen schon parat – Frühstücksflocken, Nudeln oder Hygieneartikel. Auch die modernen Scannerkassen sind installiert, darüber Lampenschirme im Retro-Look als Blickfang. Ein wenig müssen sich potenzielle Kunden aber noch gedulden, ehe sie im neuen Edekamarkt an der Postwiesenstraße einkaufen können.
Bis am Donnerstag, 18. Mai, um 7 Uhr erstmals die Glastüren für die Allgemeinheit aufgleiten, ist noch allerhand zu tun.

Edeka auf dem Rod nimmt rasant Formen an
Sechs Mitarbeiter bringen aktuell Struktur in die Regale, kommende Woche werden es gut 30 Helfer sein, die alles auffüllen. Zunächst kommt das Trockensortiment, dann die Tiefkühlkost, auf den letzten Drücker das Frische-Angebot. Zackig, aber keineswegs hektisch geht es zu. „Wir werden fertig, da gibt es kein Wenn und kein Aber“, sagt Wachtler bestimmt.
Vorfreude hat ihn und seine Familie erfasst. Gleiches gilt ganz offensichtlich für die Vertreter der Bauherren – Bau-und-Grund-Prokurist Lothar Hein und Norbert Endler, Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft Familienheim. „Außergewöhnlich“ sei dieses Projekt, sagt Endler, und dies in mehrerlei Hinsicht. Er verweist auf die raffinierte „Technik vom Feinsten“ samt energiesparendem Heizsystem. Auf den Leergut-Tunnel, der einen separaten Brandschutz erhalten hat. Auf den komplett eingehausten Parkplatz mit verglaster Front, Dämmung an der Decke, darunter spezielles Pflaster, über das Einkaufswagen besonders leise rollen werden – allein hier habe man einen „annähernd siebenstelligen Betrag“ investiert. Endler spricht aber auch von einem „zeitlichen Kraftakt“.

Richtfest für Edeka-Supermarkt im Pforzheimer Rod
Zur Erinnerung: Es war im Jahr 2011, als erste Vorgespräche für diesen Markt geführt wurden. Es folgten Bürgerinformationen, Anliegerbedenken, Ehrenrunden durch den Gemeinderat, juristische Auseinandersetzungen. Inzwischen hat sich nach Eindruck des Familienheim-Chefs alles beruhigt. Menschen zögen heute in Wohnungen ein, von denen die Genossenschaft im Umfeld etliche besitzt, gerade weil es nun eine solche Nahversorgung gibt. „Auch Edeka hat große Geduld bewiesen“, sagt Endler. Das Unternehmen habe damit gezeigt, dass es wirtschaftlich auf diesen Standort baut und vertraut.
Bekenntnis zum Ludwigsplatz
Günter Wachtler weiß, dass die Kundschaft im Rod eine besondere und sicher auch eine besonders anspruchsvolle ist. Deshalb werde es ein „sehr gehobenes Sortiment“ geben. Und „wir lassen Luft für Kundenwünsche“, betont der erfahrene Lebensmittelhändler, der das Angebot an Obst und Gemüse sowie an Fleisch, Wurst, Käse und Fisch hervorhebt: „Frische ist die Zukunft, denn der Onlinehandel kann keine Frische.“
Sein Sohn Raphael Wachtler wird stets vor Ort sein, Günter Wachtler, seine Frau Dagmar und Tochter Nathalie zwischen Postwiesenstraße und Ludwigsplatz pendeln. Der dortige erst vor Kurzem groß umgebaute Markt bleibe definitv erhalten, betont der Seniorchef abermals angesichts nicht vollends verstummter Gerüchte.
Wegen der nahen Schulen wird der Edeka im Rodgebiet eine Stunde früher – bereits um 7 Uhr – öffnen und ebenfalls durchgehend bis 21 Uhr offenstehen. Sonntagmorgens gibt es in der angegliederten K&U-Bäckerei Brötchen.
Nach der Feier für geladene Gäste am Abend des 17. Mai und der eigentlichen Eröffnung am Folgetag können sich die Bauherren nicht nur um die Begrünung des Marktdachs kümmern. Auch die Vorplanungen für weitere Bauprojekte im Umfeld werden Fahrt aufnehmen. Wie berichtet, planen Bau und Grund sowie Familienheim weitere Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen zunächst an der Ecke zur Vogesenallee, dann auch an der Rembrandtstraße.



