Dichtes Gedränge herrscht – zum sechsten Mal schon in dieser Location – im Atrium des VolksbankHauses. Gastronomen, Winzer und Brauer kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste. Ketterl
Julien Frisch und Dominik Gerlach vom „Restaurant Arlinger“ verwöhnen die Gäste des „Walking Dinner“ mit Lachs.
Crossover-Poptenor Enzo d’Eugenio gibt vor dem Startschuss eine Probe seiner Sangeskunst.
Am Nasch-Tisch: Jörg Augenstein (Moderator), Jürgen Zachmann (Volksbank) und Gastronom Max Müssle (von links).
Pforzheim
Beinahe 600 Gäste bei der achten Auflage von „LukullENZ“
  • Olaf Lorch-Gerstenmaier

Natürlich wird nur letzte Hand angelegt – es ist das „Finish“, die Feinabstimmung, die das Gipfeltreffen der Köche und Küchenteams aus Pforzheim und dem Enzkreis (ein Hotel-Restaurant aus dem östlichsten Zipfel des Landkreises Karlsruhe) auf zwei Ebenen des VolksbankHauses krönt.

Die Basis wurde schon Stunden oder Tage zuvor in den heimischen Küchen auf den vertrauten Herden und in Kühlschränken gelegt – auf dass aufgetischt werde bei der achten Auflage des „Walking Dinners“ (Sitzgelegenheiten gibt es auch). Die Wirte haben gerufen – und rund 600 Gourmets sind der Einladung von „LukullENZ“ gefolgt, also dem Lockruf von über einem Dutzend Gastronomen links und rechts der Enz, nicht zu vergessen die beiden lokalen Brauereien Ketterer und Brauhaus, die Sektkellerei Schweickert und vier Winzer, die ihre Tropfen an Mann und Frau bringen.

Wie beispielsweise an Jürgen Zachmann. Als „Hausherr“ wäre Zachmann gewissermaßen von Amts wegen genötigt, den obersten Verkoster zu mimen – wenn da nicht der Überzeugungstäter in ihm schlummern würde, der beherzt zugreift.

Was gibt es nicht alles Süßes, Saures und Salziges zu kosten: von der Blätterteigpastete mit Hasenragout oder kleinen Calamares über gegarte Bäckchen vom Albtäler Weideochsen bis zu geschmortem Kalbstafelspitz. Die Desserts bilden ebenerdig den Abschluss – dort, wo mit der Begrüßung durch den Volksbank-Chef, die Anmoderation von Jörg Augenstein und zwei Lieder des Crossover-Poptenors Enzo d’Eugenio („Bellini“) alles seinen Anfang genommen hat und mit dem Jung-Künstler Jeremy Buck seinen Abschluss findet. Und wo, nachdem der erste Appetit gestillt ist, „Pyramide“-Koch Andreas Wolf mit dreierlei Texturen von Rharbarber beim Show-Cooking sein Können demonstriert.

„Ich bin gespannt drauf“, sagt Augenstein, der noch ein leeren Magen hat – aber der als Bayern-München-Fan immerhin das Pokal-Halbfinale gegen Bremen sausen lässt.

Für ihn, den CDU-Stadtrat, Brötzinger Tausendsassa, talentierten Entertainer und Anheizer bei Festivitäten, ist es eine Premiere – wie für den Veranstalter, denn „LukullENZ“ hat sich einen Moderator spendiert, der ebenso regional ist wie die Spezialitäten. Als Genießer war Augenstein bei der Erstauflage – damals in den „Schmuckwelten“ – mit von der Partie. Seither hat er es aus Termingründen nicht mehr geschafft. Jetzt aber.

Bald steigt das Risiko, sich mit Saucen-Tupfern der Entgegenkommenden das Hemd zu bekleckern. Doch erfahrene Genießer haben sich im Lauf der Jahre eine Geschmeidigkeit antrainiert, die an Tänzer erinnert. Und wenn schon: Viele Gourmets werden wiederkommen – ebenso die Gastronomen, denen sich keine vergleichbare Plattform bietet.