Der Rumäne zeigte sich von Anfang an geständig, in neun Fällen bevorzugt hochwertige Fahrräder im Raum Pforzheim gestohlen und diese dann gewinnbringend verkauft zu haben. Symbolbild: dpa
Pforzheim
Bewährung für Diebstahl mehrerer hochwertiger Pedelecs im Raum Pforzheim
  • Maxim Kiefer-Klimanski

Pforzheim. Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls von Fahrrädern hat am Montag Einzelrichter Patrick Stemler einen Mann zur Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Mit der Bewährung folgte das Gericht der Verteidigung; die Anklage hatte die Vollstreckung der Haft beantragt. Der Täter hatte sechs Monate in Untersuchungshaft im Gefängnis Stuttgart-Stammheim gesessen. Der Rumäne zeigte sich von Anfang an geständig, in neun Fällen bevorzugt hochwertige Fahrräder im Raum Pforzheim gestohlen und diese dann gewinnbringend verkauft zu haben.

Da der Angeklagte der deutschen Sprache nicht mächtig war, halfen eine Dolmetscherin und seine Verteidigerin Susanne Burkhardt bei der Verständigung. Der Täter schlug unter anderem an der Zeppelinstraße zu, wo er in der Nacht auf den 27. August 2019 ein Pedelec der Marke Bosch und ein Mountainbike klaute. Unter dem Diebesgut befanden sich vermehrt Pedelecs mit Neupreisen jenseits der 3000-Euro-Grenze. Bei den Diebstählen wurden des Öfteren auch Garagen aufgebrochen.

Der Angeklagte handelte laut eigener Aussage aus wirtschaftlichen Gründen, da er seine Frau und ein kleines Kind versorgen müsse. Als er vor zwei Jahren seine Anstellung bei einer Firma im Brötzinger Tal verlor, hatte er Probleme, einen neuen Job zu finden, da er kein Deutsch spricht und keinen Schulabschluss hat. Er hielt sich nach seinen Worten mit Kindergeld, Betteln und dem Verkaufen von Zeitungen über Wasser.

Sobald er aus der Haft entlassen wird und es die aktuelle Lage zulässt, möchte der Rumäne zurück in sein Heimatland, wo er ebenso wie in Italien und Deutschland bereits vorbestraft ist. Eine Verbindung zu möglichen Bandenaktivitäten oder Mittätern kam im Prozess nicht zur Sprache. Mittlerweile befindet sich ein Großteil der Räder wieder bei den rechtmäßigen Besitzern.