Vielfältige segensreiche Spuren habe Waltraud Steinle hinterlassen, sagte OB Peter Boch am Donnerstag vor einer großen Trauergemeinde in der Aussegnungshalle des Hauptfriedhofs. Pforzheim habe nicht nur seine erste Ehrenbürgerin verloren, sondern auch eine Grande Dame.
Er bescheinigte der am 23. September im Alter von 104 Jahren Verstorbenen „Charme, Witz, bewundernswerte Disziplin und Grandezza“. Menschen wie sie und ihr 2006 gestorbener Mann Ewald hätten die zerstörte Stadt wieder aufgebaut: „Wir schulden dieser Generation ewigen Dank.“

Sohn Holger Steinle betonte, bei dieser Feier stehe die „Aktivistin, Macherin und Geschäftsfrau“ im Mittelpunkt. Die spätere Urnenbeisetzung werde im engsten Familienkreis stattfinden. Die Steinles hatten das Unternehmen Mast & Oehlert aufgebaut und den Wildpark zur heutigen Blüte geführt.

Für den Lions Club Pforzheim, dessen Ehrenmitglied sie war, würdigte Christoph Mährlein Waltraud Steinle als „Stadtpatriotin“. Besonders bewegende Worte sprach Wildpark-Leiter Carsten Schwarz als enger Freund und Wegbegleiter: „Liebe Frau Steinle, ich war und bin ein absoluter Fan von Ihnen! Danke, dass wir ein Teil Ihrer Geschichte sein durften.“ Deren Lieblingstenor Jay Alexander interpretierte einfühlsam „Die Uhr“ von Carl Loewe – ein Lied, das Waltraud Steinle ein Leben lang begleitet hat.


