Die Pforzheimer Psychotherapeutin Shahrzad Izadpanah fürchtet „erhebliche wirtschaftliche Unsicherheit“ für Praxen wie ihre. Izadpanah
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Bis zu 18 Monate Wartezeit in Pforzheim: Psychotherapeutin warnt vor neuen Kassenplänen

Pforzheim. Die Pforzheimer Psychotherapeutin und Praxisinhaberin Shahrzad Izadpanah warnt im Zuge der Protestwoche vor den Folgen der diskutierten Maßnahmen zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge. Die geplanten Änderungen könnten die ohnehin angespannte ambulante Versorgung weiter verschärfen und vor allem Patientinnen und Patienten treffen, schreibt die Psychotherapeutin in einer Pressemitteilung.

Die Psychologin ist seit 2024 mit eigener Praxis in Pforzheim niedergelassen. Mit einem halben Kassensitz behandelt sie derzeit zwischen 20 und 26 Menschen pro Woche. Schon heute erhalte ihre Praxis wöchentlich bis zu zehn Anfragen von Hilfesuchenden. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz liege bei bis zu 18 Monaten.

Kritisch sieht sie vor allem die geplante Begrenzung der Behandlungsstunden für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit halbem Kassensitz auf rund 18 Therapiestunden pro Woche. Viele Praxen hätten bislang deutlich mehr Patientinnen und Patienten versorgt und damit bestehende Versorgungslücken abgefedert. Eine Reduzierung würde unmittelbar die Zahl verfügbarer Therapieplätze senken. Um möglichst vielen Betroffenen zumindest zeitnah zu helfen, setze sie verstärkt auf Kurzzeittherapien und zusätzliche Sprechstunden. So könnten mehr Menschen eine erste diagnostische Einschätzung, Empfehlungen oder eine zeitnahe Behandlung erhalten.

Sorgen bereitet zudem die geplante Abschaffung von Zuschlägen für Kurzzeittherapien. Diese hätten nicht nur den erhöhten diagnostischen Aufwand ausgeglichen, sondern auch Anreize für kompakte und wirksame Behandlungen geschaffen. Fielen sie weg, könnten weniger Kurzzeittherapien angeboten werden – mit der Folge weiter steigender Wartezeiten.

Auch die geplante Budgetierung bisher vollständig vergüteter Leistungen sorgt für Kritik. Künftig könnten bereits genehmigte und durchgeführte Therapiestunden nicht mehr vollständig bezahlt werden. Für Praxen entstehe dadurch erhebliche wirtschaftliche Unsicherheit. Dies könne dazu führen, dass Behandler bei der Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten zurückhaltender werden.

Hinter jeder Anfrage stehe ein Mensch, der oft bereits lange auf Hilfe gewartet habe. Hilfesuchende immer wieder vertrösten oder ablehnen zu müssen, sei auch für Therapeutinnen und Therapeuten belastend.

Die Situation in Pforzheim und im Enzkreis zeige bereits heute einen hohen Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung, so Izadpanah. Kurzfristige Einsparungen dürften nach Einschätzung der Therapeutin langfristig zu einer weiteren Verschärfung der Engpässe führen. Die entscheidende Frage sei daher nicht nur, wie Kosten begrenzt werden können, sondern wie eine ausreichende Versorgung psychisch erkrankter Menschen auch künftig gewährleistet werden kann.

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