Pforzheim. Der Unmut über die Zustände an Silvester auf Pforzheims Straßen ebbt nicht ab. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Boch fordern der Verein „Pforzheim mitgestalten“ und der Bürgerverein Nordstadt mehrere Böllerverbotszonen im gesamten Stadtgebiet. Vor allem die Angriffe auf Einsatzkräfte treibt die Vereine um.
"Mit Sorge beobachten wir eine Entwicklung, die nunmehr nicht nur in Berliner Brennpunkten zuhause ist, sondern auch in Pforzheim inakzeptabler Bestandteil der Silvesternacht wurde",
heißt es in dem Schreiben von "Pforzheim mitgestalten" und dem Bürgerverein Nordstadt.
Die Feuerwehr sei mit Böllern, Raketen und Steinen angegriffen worden. „Neben einer Vielzahl unerwünschter Begleiterscheinungen privaten Feuerwerks ist hier für uns nun endgültig eine rote Linie überschritten, die von den Verantwortlichen unserer Stadt Handeln verlangt.“


Unschöne Silvester-Bilanz: Doppelt so viel Müll auf Pforzheims Straßen wie im Vorjahr
Die Stadtgesellschaft könne es nicht hinnehmen, dass Rettungskräfte, deren ohnehin fordernder Dienst für jedermann dadurch zu einem zusätzlichen Wagnis werde, weil „Teile der Bevölkerung ihre Allmachtsfantasien auf offener Straße ausleben“. Wer für die Gemeinschaft Gesundheit und Leben einsetzte, dürfe zurecht erwarten, dass alles zu seinem Schutz unternommen wird. „Szenen wie in dieser Silvesternacht auf dem Leopoldplatz dürfen sich nicht wiederholen.“
Deshalb fordere man den OB auf, die bundesweit geltenden Regelungen, die ein Feuerwerksverbot in unmittelbarer Nähe zu Kirchen, Altenheimen und historischen Gebäuden vorsieht, gegebenenfalls durch Ortssatzung zu konkretisieren, umfassend bekannt zu machen und Verstöße restriktiv zu ahnden. Außerdem bitten man, zu prüfen, ob darüber hinaus weitere Verbotszonen ausgewiesen werden können. Innenstadt, Oststadt, Südstadt, Weststadt und Nordstadt seien in der Silvesternacht Schauplätze wahrer „Straßenschlachten“.


Zwischen Feierlaune und Feuerwehrfrust - 300 Notrufe innerhalb 12 Stunden
Am Neujahrstag sei ein „unfassbares Ausmaß der Vermüllung“ sichtbar geworden. Offensichtlich habe sich der Silvestermüll im Vergleich zum Vorjahr deutlich vermehrt und die Feinstaubbelastung in unserer Stadt ist über den Jahreswechsel jenseits des Grenzwertes.
„Wir sind uns bewusst, dass Feuerwerk zum Jahreswechsel eine lange Tradition hat und für viele Menschen eine symbolische Bedeutung mit sich bringt. Daher regen wir an, im Zuge der umfassenden Einschränkung privaten Feuerwerks ein zentrales, von der Stadt Pforzheim organisiertes Feuerwerk zu prüfen.“

