Es gibt Einrichtungen im Rotlichtmilieu, die sorgen in regelmäßigen Abständen – sei es im Stadtbild (oder in Bahnhofsunterführungen oder am Etablissement selbst) für Aufsehen, sei es durch Wechsel des Namens oder des Betreibers, durch Querverbindungen in andere Milieus.
Oder solche, die nicht heimlich, aber still und leise zu einer Größenordnung aufgestiegen sind, dass sie zur Spitze der Prostitution (etwa zwei Dutzend Etablissements) in der Goldstadt zählen. So wie ein dreistöckiges Etablissement mit elf Appartements – insgesamt 100 Quadratmeter – in der Unteren Au. Der Hinterhof gewährt ebenso diskreten Zugang wie durch Tarnnetze weitgehend verhängte Zugänge. Seit neuester Zeit wirbt das Erotikhaus inmitten des Sanierungsgebiets in Text und Fotos offensiv – nicht nur auf der Homepage. Die zur Verfügung gestellten Anzeigen verweisen in Schrift und Bild auf die Vorzüge der vorwiegend reingeschlechtlich weiblichen Anbieter der Dienste.
Diskretion herrscht über die Betreiber-Verhältnisse. Gemessen daran, dass rund ein Viertel aller zwischen 40 und 50 in Pforzheimer anschaffenden Prostituierten in dem Bordell – außerhalb des Sperrbezirks – arbeiten, sind weder der von Karlsruhe aus agierenden AG „Rotlicht“ noch dem Ordnungsamt Betreiber-Wechsel bekannt. Die Einzigen, die das interessiert, sitzen im Finanzamt. Doch wegen des Steuergeheimnisses von dort eine Auskunft zu bekommen, ist aussichtslos.
Nur eines ist laut Stadt sicher: Gelder aus dem Topf für die Sanierung der Unteren Au wurden nicht in Anspruch genommen.

