Mit Schutzanzügen mussten Feuerwehrleute bei einem Galvanikbrand an der KF ausgelaufene Säuren aufsammeln und in Spezialcontainern aufnehmen. Foto: Moritz
Pforzheim
Brand in Galvanik an der KF in Pforzheim: Gold- und Rhodium-Bäder laufen aus

Pforzheim. Es gibt für Pforzheim typische Brände, die mit der Traditionsindustrie in Verbindung stehen und bei denen die Feuerwehr Pforzheim ganz besonders sensibel reagieren muss. Dazu gehört auch der Einsatz am Freitagnachmittag an der Kaiser-Friedrich-Straße (KF). Im Galvanikbereich eines kleinen Goldschmiedeunternehmens war um 16.20 Uhr ein Brand ausgebrochen – und angesichts diverser in Scheideanstalten und Oberflächenbeschichtungs-Anlagen verwendeten Säuren, deren Reaktionen zum Teil sehr heftig und sehr giftig ausfallen können, waren Eile und große Vorsicht zugleich geboten.

Die Brandursache soll ein Heizstab gewesen sein, der Brand soll Gold- und Rhodium-Bäder beschädigt haben. Der 63-jährige Betreiber konnte erste Löschmaßnahmen ergreifen und wurde vor Ort vom Rettungsdienst behandelt. Nachdem der Brand sehr rasch gelöscht werden konnte, galt es, die ausgelaufenen Flüssigkeiten aufzunehmen, ohne dass es zu ungewünschten chemischen Reaktionen oder zu Austritten ins Erdreich oder die Kanalisation kommen konnte. Die giftigen Säuren wurden in Spezialbehälter geleert, die nun vom Firmenbesitzer fachgerecht entsorgt werden müssen.

Fachgerecht gesäubert wurden auch die Feuerwehrleute. Die konnten nur mit Schutzanzügen ins Gebäude vorrücken, da bei solchen Galvanikbränden vorab nicht eindeutig sicher ist, welche Gefahrenstoffe vorliegen und wie sie unter den Unglücksbedingungen reagieren, beziehungsweise welche giftigen Rückstände sich überall ablagern. Zurück auf der KF mussten sich die Feuerwehrleute in einem Dekontaminationsplatz säubern lassen, bevor sie aus dem gereinigten Schutzanzug aussteigen konnten. Eine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt soll nach Auskunft der Feuerwehr nicht bestanden haben.

Die KF musste für die Löscharbeiten kurzzeitig voll gesperrt werden. Zur Schadenshöhe und zur Beeinträchtigung des Produktionsablaufs der Firma liegen noch keine Informationen vor. Im Einsatz waren 25 Mann der mit acht Fahrzeugen angerückten Feuerwehr Pforzheim, zwei Rettungswagen und ein Notarzt sowie Vertreter des Umweltamts der Stadt Pforzheim.