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Rhythmus im Blut: Zur spanischen Musik vom Club de Amigos bewegen sich die Flamenco-Tänzerinnen um Alexandra Simón Rateike (Mitte).
Klaus Haag fährt im Kastanienhof den Nachbau des ersten Autos von Carl Benz.
Klangvoller Aufmarsch zu Beginn: Der Spielmannszug der Feuerwehr Pforzheim marschiert zum Auftakt der Veranstaltung durch die Brötzinger Fußgängerzone.
Stimmungsvoll: In der Martinskirche leitete Jens Zimmermann den Chor der neuapostolischen Kirche. Tilo Keller
Die Sparkassen-Bigband mit den Sängern Roger Waigand und Tatjana Roser sorgt in der Fußgängerzone für Stimmung.
Erheben ihre Stimmen: Ursula Groß (rechts) und Nevenka Galunic nehmen beim Mitsing-Angebot des Folkclubs Prisma teil.
25.09.2016

Brötzingen zeigt sich in all seiner kulturellen Pracht

Kultur in vielen Facetten haben die Besucher des Brötzinger Samstags auf Schritt und Tritt erleben können. Bei strahlendem Sonnenschein sind die abwechslungsreichen Angebote im Stadtteil rege nachgefragt worden. Schon von Weitem waren die Klänge zu hören, als der Spielmannszug der Feuerwehr zum Auftakt der Veranstaltung durch die Fußgängerzone marschierte.

Bildergalerie: Brötzinger Samstag zeigt den Stadtteil von seiner besten Seite

Fritz Sinzenich, Vorsitzender des Weststadt-Bürgervereins, freute sich über die zahlreichen Gäste, die zur Eröffnung auf den Vorplatz des Stadtmuseums gekommen waren. Er erinnerte daran, dass der Brötzinger Samstag vor genau vierzig Jahren, am 30. Oktober 1976, vom Künstlerlokal „domicile“, der Marionettenbühne Mottenkäfig, der Galerie Brötzinger Art, dem Südwestdeutschen Kammerorchester, dem Heimatmuseum und der Volkstanzgruppe des Schwarzwaldvereins ins Leben gerufen worden ist. „Fast alle Gründungsmitglieder nehmen noch an dieser Veranstaltung teil“, stellte er fest.

Kein bloßes Straßenfest

Oberbürgermeister Gert Hager bezeichnete den Brötzinger Samstag als „Kulturfest für die ganze Familie“. „Wie die Institutionen hier zusammenarbeiten, das ist wirklich beispielhaft“, lobte er und freute sich über das Kaiserwetter. Um zu unterstreichen, dass der Brötzinger Samstag kein Straßenfest im üblichen Sinne ist, präsentierte Sinzenich den Sänger Udo Huhn-Rohrbacher. Passend zum wunderschönen Tag sang dieser in Begleitung von Alexander Rieger „What a wonderful world“.

Wenige Schritte weiter hatte bereits die Sparkassen-Bigband Stellung bezogen. „Saturday in the Park“ von Chicago dichtete Sänger Roger Waigand kurzerhand in „Saturday in Brötzingen“ um. Ganz anders, aber ebenso locker die Stimmung in der Martinskirche. Dort leitete Jens Zimmermann den Chor der neuapostolischen Kirche zu ausdrucksstarken Melodien an, was die Sänger mit einem eindrucksvollen „Lobet den Herren“ unter Beweis stellten.

Wer sich weiter von seinem Gehör leiten ließ, konnte am Marktplatz auf das Singalong-Angebot vom Folkclub Prisma stoßen. Anhand einer Auswahl von Textblättern wurden die Zuhörer zu Mitsängern und trällerten Lieder wie „Die Gedanken sind frei“. „Schöne Musik ist immer nett“, freue sich Ursula Groß aus Pforzheim über das gemeinsame Gesangserlebnis. „Ich bin fast jedes Jahr beim Brötzinger Samstag dabei, weil es so lustig ist“, sagte Nevenka Galunic aus Pforzheim, die ebenfalls ihre Stimme erklingen ließ. Eine andere Variante für textschwache Sänger war das Karaoke-Angebot vom Kinder- und Jugendtreff. Hier saß längst nicht jeder Ton, dafür war der Spaß umso größer.

Wer einem leicht klingelnden und ratternden Geräusch folgte, konnte im Kastanienhof den Nachbau des ersten Autos von Carl Benz in Aktion entdecken. „Es steht sonst in der Garage des Stadtmuseums“, berichtete Klaus Haag vom Kulturamt, der bewundernde Zuschauer zu einer flotten Runde mit dem Fahrzeug einlud. Temperamentvoll auf etwas andere Art die spanische Musik vom Club de Amigos mit Flamenco-Tänzerin Alexandra Simón Rateike, die in Kombination mit der kräftigen Sonne Brötzingen an diesem Tag scheinbar in deutlich südlichere Gefilde rückten.