Pforzheim-Brötzingen. Auf die Brötzinger ist Verlass. Sie haben mit dem Frühlingsfest, dem Martini-Markt und dem Brötzinger Samstag nicht nur drei inzwischen fest etablierte Veranstaltungen im städtischen Terminkalender. Sie sind auch dann zur Stelle, wenn nicht nur das Wetter unkalkulierbare Kapriolen schlägt und zudem gleichzeitig mehrere Großveranstaltungen in der Goldstadt stattfinden. Nun bespielten und bevölkerten sie, wie auch viele andere Pforzheimer, den Brötzinger Samstag.
Zwischen Marktplatz und Martinskirche präsentierten sich zahlreiche kulturelle Vereine und Institutionen wie das Figurentheater Raphael Mürle und der Mottenkäfig, das Haus der Landsmannschaften und der Oldtimerclub Pforzheim oder auch der Spielmannszug der Feuerwehr und das Südwestdeutsche Kammerorchester.
Oberbürgermeister Peter Boch betonte in seiner Eröffnungsrede, der Brötzinger Samstag sei „nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtteilleben in Brötzingen“. Er hob außerdem das große Engagement der beteiligten Einrichtungen, das konstruktive Miteinander und nicht zuletzt die Arbeit des Weststadtbürgervereins hervor. Dessen Vorsitzender Fritz Sinzenich verwies anschließend auf das vielfältige Angebot am Brötzinger Samstag, der sich auch dadurch auszeichne, dass sich die teilnehmenden Vereine und Institutionen einem großen und interessierten Publikum präsentieren könnten.
Und so bot sich den Besuchern ein buntes Programm. Während in der Martinskirche Musiker der Neuapostolischen Kirche auftraten, zeigte die Feuerwehr auf dem Vorplatz Löschübungen und tanzten im Mottenkäfig die Marionetten. Die Oldtimerfreunde hatten im unteren Bereich der Fußgängerzone ihre auf Hochglanz polierten Karossen aufgestellt und in der Galerie Brötzinger Art gab es unter anderem einen Bücherflohmarkt. Außerdem feierte das Haus der Landsmannschaften unterhalb des Museumsareals sein 30-jähriges Bestehen als Einrichtung, was auch den Oberbürgermeister dazu veranlasste, dort einen Besuch abzustatten.
Stadtrat Jörg Augenstein, nicht nur selbst erfahren als Veranstalter in dem Pforzheimer Stadtteil, trat am Spätnachmittag als Sänger auf. Den Brötzinger Samstag sieht auch er als wichtige kulturelle Veranstaltung an, die zudem auf eine große Tradition zurückblicken könne. Von der Stadtverwaltung erhofft er sich jedoch künftig deutlich höhere finanzielle Unterstützung, mindestens im fünfstelligen Bereich, um auch etwa professionelle Musiker auf einer Bühne auftreten lassen zu können. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereine wäre die Veranstaltung kaum zu stemmen. Augenstein weiß, dass man dies nicht überstrapazieren darf: „Über den Etat müssen wir dringend mit der Stadt sprechen.“ Oberbürgermeister Boch hat diesen Wunsch bereits vernommen und Gesprächsbereitschaft angekündigt.

