Landrat Bastian Rosenau (links) und Rektor Roger Schreiber durchschneiden feierlich das Band vor der Eingangstüre des Lerncampus. Foto: Roller
Selbstgemachtes bieten Muhammed, Philipp und Louis (von links) auf dem Weihnachtsmarkt der Gustav-Heinemann-Schule an. Foto: Roller
Pforzheim
Buckenberg-Lerncampus als Ersatz für Gustav-Heinemann-Schule eingeweiht
  • Nico Roller

Pforzheim/Enzkreis. Nach wenigen Sekunden ist das Band durchschnitten und das Gebäude damit offiziell eingeweiht: „Heute ist ein ganz besonderer Tag“, sagt Landrat Bastian Rosenau, als er den Lerncampus „Buckenberg“ am Samstag offiziell seiner Bestimmung übergibt: Nachdem sie das Gebäude in der Pforzheimer Nordstadt seit rund zwei Jahren wegen Brandschutzmängeln nicht mehr nutzen kann, hat die kreiseigene Gustav-Heinemann-Schule dort eine neue Heimat gefunden. In einem aus Containern errichteten Provisorium werden seit September vor allem Kinder mit körperlichen Einschränkungen unterrichtet.

Im April 2018 hatte der Kreistag die entsprechenden Beschlüsse gefasst, im August begannen die Tiefbauarbeiten auf dem im Besitz der Hafner Liegenschafts-GbR befindlichen Grundstück auf dem Buckenberg. Große Höhenunterschiede mussten überwunden werden, damit die Gebäude auf einer Ebene stehen und auch für Schüler problemlos nutzbar sind, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Im Januar dieses Jahres kamen dann die Container und der Innenausbau begann. Im Mai war die Fertigstellung, im September zogen die Schüler ein.

Gebäude und Außenanlagen erstrecken sich über eine Fläche, die etwa so groß ist wie ein Fußballfeld. Neben geräumigen, auch für Rollstühle und Pflegebetten geeigneten Klassenzimmern bietet das Provisorium zusätzliche Pflegezimmer und Differenzierungsräume, um Gruppen trennen und sich mit Schülern zurückziehen zu können, die Ruhe brauchen. Außerdem gibt es eine Mensa und einen kleinen Spielplatz.

Mehr als 60 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren werden in dem Provisorium und in Räumen der nahegelegenen Pestalozzi-Schule unterrichtet. Gekostet hat die Baumaßnahme den Kreis 4,94 Millionen Euro – eine Punktladung. Fünf Millionen waren veranschlagt. „Dieses Projekt zeigt, dass die politischen Kräfte an einem Strang ziehen können, wenn es darauf ankommt“, sagt Erik Schweickert (FDP) stellvertretend für alle Kreisräte. Auch Sylke Toscan freut sich über die neuen Räumlichkeiten, aber die Elternbeiratsvorsitzende betont auch, man dürfe nicht vergessen: „Es handelt sich um eine Schule auf Zeit.“ Über die jetzt gefundene Lösung hinaus hoffe man, dass das Bündnis für Inklusion Umsetzung finde. Die Schule sei für die Kinder sehr wichtig. „Hier können sie sein, wie sind“, sagt Toscan und kündigt an: „Für diese Sicherheit werden wir Eltern alle zusammen auch weiterhin kämpfen.“

Positives Signal

Im Frühjahr hatte der Kreistag einen Grundsatzbeschluss zum Bündnis für inklusive Beschulung gefasst. Dem Vernehmen nach sollen schon 2020 die ersten Schritte festgelegt werden. Das jetzt erstellte Provisorium sei ein deutliches Signal, dass man an die Schule glaube, sagt Schulamtsdirektor Volker Traub. Rektor Roger Schreiber erklärt, schon nach kurzer Zeit habe in den Räumen schulisches Leben begonnen. Apropos Leben: Nach der offiziellen Einweihungsfeier beginnt der Weihnachtsmarkt der Gustav-Heinemann-Schule, bei dem es nicht nur viel Selbstgemachtes gibt, sondern auch Informationen zum Schulleben und Mitmachaktionen.