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Bündis nazifrei: 1600 Menschen gehen auf die Straße © Ketterl
23.02.2012

Bündis nazifrei: 1600 Menschen gegen Rechts

Es war am Donnerstagabend eine beeindruckende Kundgebung am 67. Jahrestag der Zerstörung von Pforzheim, als die Alliierten 1945 die Stadt bombardierten, diese in Schutt und Asche legten. Über 17 000 Tote forderte der 20-minütige Luftangriff, den seit Jahren rechtsextreme Gruppen zu einem Fackel-Aufmarsch auf dem Wartberg missbrauchen. Dieses Mal waren es nach Angaben der Polizei 120 Teilnehmer.

Bildergalerie: Kundgebung gegen Nazis in Pforzheim

Ebenfalls am Abend kamen weit über 1000 Menschen zu einer Demonstration gegen Rechts unter dem Motto „Fackeln aus“ auf dem Marktplatz zusammen. Dazu hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Initiativen und Kirchen aufgerufen.

Oberbürgermeister Gert Hager sagte in seiner Ansprache, „dass diese Stadt mit ihrer fast vollständigen Zerstörung einen sehr hohen Preis bezahlt für den Krieg und den unmenschlichen Vernichtungswahn eines nationalsozialistischen Deutschlands.“ Er sei tief beeindruckt von der breiten gesellschaftlichen Unterstützung, die der Kampf gegen die Mahnwache der Rechten erfahren habe. „Euch wollen wir nicht haben, nicht hier, und schon gar nicht diesem Gedenktag“, rief er ihnen entgegen. Und die Bürger forderte er zu „Mut, Toleranz und Respekt vor dem anderen auf. Wenn wir alle dies in unserem Pforzheim unter Beweis stellen, jeder für sich und jeden Tag, dann bekommen wir eine zukunftsfähige Stadt, wo solcher Missbrauch keine Chance hat, wo die Bürgerschaft immun ist gegen solch krankhafte Wahnvorstellungen!“

An der Großgrabstätte auf dem Hauptfriedhof hatten sich am Nachmittag zur offiziellen Gedenkfeier über 300 Teilnehmer eingefunden. Rund 400 waren dem Aufruf einer „Initiative gegen Rechts“ gefolgt, die vom Pfälzer Platz in die Fußgängerzone zog. Weitere Veranstaltungen gab es den ganzen Tag über, der mit einem Glockenläuten aller Kirchen um 19.50 Uhr, dem Beginn des Luftangriffs, endete.

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