Pforzheim/Stuttgart. Das Bundeswehr-Depot im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld steht vor der Auflösung. Wie aus der Übersicht über die zukünftige Personalstärke der Bundeswehrstandorte in Baden-Württemberg hervorgeht, die die Bundeswehr am Mittwoch veröffentlichte, wird der Standort von einer Personalstärke von 60 auf nur noch eine Stelle reduziert. Nach PZ-Infornationen wird diese eine Stelle auch nicht mehr vor Ort in Huchenfeld angesiedelt sein.
{element}Der Huchenfelder Ortsvorsteher Heinrich Bayer bedauerte die Entwicklung. "Wir wären dafür, dass die zivilen Arbeitsplätze erhalten bleiben", sagte er. Wenn aber das Thema der eingelagerten Chemikalien im Depot der Vergangenheit angehört, wäre in Huchenfeld niemand böse.
In anderen Gemeinden in Baden-Württemberg sieht das anders aus, denn der Südweststaat bekommt die Bundeswehrreform mit voller Härte zu spüren. Vier Standorte werden komplett geschlossen. Mehrere weitere werden dermaßen stark reduziert, dass dort nur noch wenige Soldaten oder zivile Angestellte verbleiben, wie das Bundesverteidigungsministerium in Berlin am Mittwoch mitteilte. Die Reform wird allerdings über mehrere Jahre gestreckt. Bundesweit werden 31 von noch rund 400 Kasernen geschlossen.
Die Kasernen in Sigmaringen, Immendingen (Kreis Tuttlingen), Mengen/Hohentengen (Kreis Sigmaringen) und Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis) gibt die Bundeswehr ganz auf. Ellwangen (Ostalbkreis) und Meßstetten (Zollernalbkreis) werden stark von 1340 auf 30 beziehungsweise 840 auf 20 Dienstposten verkleinert. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stellt sein Konzept am Nachmittag in Berlin vor.
In Sigmaringen sind derzeit noch 1860 Soldaten stationiert, in Immendingen 970, in Hohentengen 820 und in Hardheim 980. In der Kaserne in Ellwangen bleiben nach der Entscheidung von 1340 Soldaten noch 30, in Meßstetten von 840 nur noch 20. Der Standort in Karlsruhe wird von 360 Soldaten auf 150 reduziert, in Stuttgart bleiben von 980 noch 440 übrig. Der Standort Ulm wird ebenfalls verkleinert: Von 3220 auf 2220 Soldaten. Auch in Heidelberg bleiben nur wenige Dienstposten.
Der Biberacher Landrat Heiko Schmid (parteilos) zeigte sich erleichtert, dass der Hubschrauberstandort Laupheim erhalten bleibt. Dieser war ebenfalls in der Schließungsdiskussion genannt worden. Aufgestockt wird hingegen Stetten am kalten Markt: Hier werden künftig 2330 statt 1640 Mann stationiert sein. Von Immendingen werden Soldaten nach Stetten am kalten Markt verlagert. Im Südwesten hatte die Bundeswehr bisher rund 40 Kasernen und andere Stützpunkte mit etwa 27.000 Soldaten und zivilen Angestellten unterhalten. Marek Klimanski/dpa

