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Pforzheim
Chance oder Risiko: Diskussion um Graffiti im öffentlichen Raum
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Pforzheim. Die sehr kontroverse Diskussion um Graffiti im öffentlichen Raum nimmt Fahrt auf. Um die Akzeptanz von Graffiti, Street Art und Urban Art in der Öffentlichkeit zu steigern, hat das städtische Kulturamt für Dienstag, 9. Juli, ab 19 Uhr, einen Diskussionsabend geplant.

An diesem Termin diskutieren in der Pforzheim Galerie an der Bleichstraße der Street-Art Künstler Sebastian Bauer, Birgit Förster, Bürgermeisterin aus Niefern-Öschelbronn und Harald Thiele, Stadtplaner aus Mannheim, gemeinsam mit Bau- und Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler und Christopher Hilmer, RWTH Aachen, über die Chancen und Möglichkeiten von Urban Art für Pforzheim. Das Kulturamt befürwortet grundsätzlich die Bereitstellung legaler Flächen.

Als „einseitige Werbeveranstaltung für Graffiti im öffentlichen Raum“ kritisieren die zehn Stadträte der FDP, Freien Wähler, Unabhängigen Bürger und der Liste Eltern die geplante Podiumsdiskussion von Kulturbürgermeisterin Schüssler über „Chancen und Möglichkeiten von Urban Art für Pforzheim“. Den Stadträten sei von mehreren Seiten zugetragen worden, dass bei einer Legalisierung das Risiko bestehe, großen ehrenamtlichen Einsatz mit Blick auf das Anti-Graffiti-Mobil zu verlieren. Axel Baumbusch, Fachbereichsleiter bei Jugendarbeit Stadtteile und Stadtrat der Grünen Liste, begrüßt grundsätzlich jegliche Auseinandersetzung mit der Jugendkultur als Ergänzung zur etablieren Erwachsenenkultur. Seit Jahren setzt er sich für die Freigabe von Flächen für Graffiti-Malerei ein. Die jüngste Forderung des künftigen CDU-Stadtrats Andreas Sarow auf Instagram nach einer Streetartwand sei ein positiver Impuls. Die Befürchtung der Polizei, legale Sprühereien würden illegale nach sich ziehen, kann er nicht nachvollziehen. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass es keine illegale Streetart gebe, sofern keine legalen Graffitis vorhanden seien. Das jüngste Beispiel Sonnenhof und Büchenbronn, beweise das Gegenteil. Dort war es zu unerwünschten Schmierereien gekommen. Der Streetart Designer Sebastian Bauer aus Remchingen sieht in legaler Street art grundsätzlich eine Bereicherung für Pforzheim. „Ich finde es schön, dass sich die Stadt Pforzheim bemüht, die Kultur wieder aufzubauen.“ Der Vorsitzende des Jugendgemeinderats Rico Edelmann sieht in der Legalisierung von mit Spraydosen besprühten Flächen grundsätzlich „die Gefahr von vermehrtem illegalem Sprühen“.

Zahlen zu illegalen Graffiti-Werken im Stadtgebiet liegen der Stadtverwaltung aber nicht vor. Mit Blick auf öffentliche Gebäude und Flächen dürften die Zahlen in den vergangenen Jahren relativ konstant gewesen sein, wobei es solche und solche Phasen gebe, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Allein für die Stadt beliefen sich die Kosten, die durch illegale Graffitis entstehen, auf rund 7000 Euro bis 10.000 Euro pro Jahr.