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Pforzheim ist die Nummer eins unter den deutschen Großstädten bei der Anzahl der Sonnenstunden pro Jahr. Im neuen City-Ranking liegt die Goldstadt in den Bereichen Restaurants/Cafés und Nachtleben zwar nur im Mittelfeld, aber während des OechsleFests wird spitzenmäßig gefeiert.  Foto: Keller 

City-Ranking: In Pforzheim lässt es sich passabel und sicher leben

Pforzheim. Wenn Pforzheimer über Pforzheim reden, ist die Chance groß, dass man an Bruddler gerät, die genüsslich nur das Schlechte an der Goldstadt sehen. Ähnliches gilt für Mitbürger, die Pforzheim als Kriminalitätshochburg werten und deren persönliches Sicherheitsgefühl scheinbar gegen Null tendiert. Und dann gibt es da noch die nackten Zahlen aus offiziellen Statistiken, die zum Teil ein ganz anderes Bild von der Goldstadt ermitteln: Laut einem aktuellen City-Ranking von Peak Ace AG und Bausparkasse Mainz lässt es sich in Pforzheim gar nicht so schlecht und vor allem auch sicher leben.

71 deutsche Großstädte mit jeweils über 100.000 Einwohnern wurden in jeweils 22 Kategorien bewertet. Pforzheim entpuppt sich dabei im Schnitt als mittelmäßig lebenswerte und für viele sicher unerwartet sichere City.

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Die Goldstadt genießt im City-Ranking allerdings zwei Spitzenplätze. Mit 83,5 Prozent Grünflächen liege die Stadt mit ihren 122.247 Einwohnern auf Platz 2. Noch besser: Mit 1830 Stunden Sonnenschein pro Jahr wird Pforzheim unter allen deutschen Großstädten am meisten von Sonnenstrahlen beglückt. Dass die Drei-Täler-Stadt mit den Flüssen Enz, Nagold und Würm allerdings nur weit am Ende im Bereich „Wasserflächen“ rangiert, überrascht.

Eigentlich sind die Zahlen ja bekannt, aber auf das persönliche Empfinden vieler Mitbürger scheinen sie nicht einwirken zu können: Pforzheim ist mit 7592 Straffällen auf 100.000 Einwohner im Jahr 2016 die drittsicherste Großstadt in Baden-Württemberg hinter Reutlingen (5936) und Heilbronn (7553). Deutschlandweit reicht es zu Rang 8. Zum Vergleich: In Stuttgart (9663) und Karlsruhe (10.446) sind es deutlich mehr Straffälle. Freiburg liegt mit 12.887 Straffällen auf Rang 61, während Berlin, wie zu erwarten war, Rang 70 behauptet und damit den Rang der unsichersten Großstadt überraschend der 114.914-Seelen-Stadt Trier (16.232) überlässt.

Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten liegen in Pforzheim mit 577,64 Euro pro Person und Monat auf Rang 20 im unteren Drittel. In den von der Einwohnerzahl her vergleichbaren baden-württembergischen Großstädten Reutlingen (Rang 32, 609,86 Euro) und Heilbronn (Rang 47, 696,81 Euro) lebt es sich teurer. Bemerkenswert ist auch der Unterschied bei den Lebenshaltungskosten zwischen Karlsruhe (697,92 Euro) und Stuttgart (802,57 Euro), der viertteuersten deutschen Großstadt.

Ob das Leben in Pforzheim vergleichsweise günstig ist, weil hier die Arbeitslosigkeit so hoch ist? Pforzheim hatte im Vergleichsmonat Mai 2017 eine Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent – und damit den höchsten Wert aller Stadtkreise in Baden-Württemberg. Aber im nationalen Vergleich reicht es für die Goldstadt mit Rang 28 zu einem guten Mittelfeldplatz. In diesem Bereich legt Reutlingen (Rang 3, 3,5 Prozent) die Messlatte ganz hoch.

3400 Euro pro Monat verdient der Pforzheimer im Schnitt brutto – das ist Rang 41. In den nahen Großstädten Reutlingen (Rang 23, 3600 Euro) und Heilbronn (Rang 12, 3800 Euro) wird mehr aufs Girokonto der Arbeitnehmer überwiesen. Im teuren Stuttgart (Rang 5) liegt der Brutto-Monatsverdienst bereits bei 4100 Euro.

Das wird die Bruddler, die „In Pforzheim ist nichts los“ wie ein Mantra aufsagen, erstaunen: In der Pforte zum Nordschwarzwald gibt es pro 100.000 Einwohner 245,4 Restaurants und Cafés sowie 44,2 Bars, Kneipen und Nachtclubs. Das bedeutet im City-Ranking nur Mittelmaß, aber „Alles tote Hose“ sieht anders aus. Heidelberg wird man jedoch so schnell nicht einholen können. Mit einem Studentenanteil von 24,19 Prozent gönnen sich die Kurpfälzer 21,3 Theater, Kinos und Museen, 442,8 Restaurants und Cafés sowie 76,3 Bars, Kneipen und Nachtclubs pro 100.000 Einwohner. Trotzdem reicht es für die Goldstadt mit 14,7 Theater, Kinos und Museen im Bereich „Kultur“ deutschlandweit zu einem erstaunlichen Rang 19.