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Kinder schicken rührende Briefe, weil sie die Spielkiste vermissen.  Foto: Haus der Jugend 

Corona-Ängste und beengte Verhältnisse zu Hause: Pforzheimer Kinder vermissen Haus der Jugend

Pforzheim. Erneut hat Corona die Türen des Hauses der Jugend für Besucher geschlossen. Die Fachkräfte halten dennoch den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen. Im Jugendbereich verlegten die Mitarbeiter ihr Aufgabenfeld nach draußen und suchen die Leute im Freien auf. Die Gespräche drehen sich um Beziehungen, Bewerbungen, familiäre Gegebenheiten, aber auch mal um die große Liebe oder nur, wie sie gerade ihre Freizeit gestalten.

Dabei fragen die Mitarbeiter nach Sorgen und Nöten, geben Tipps und weisen auf Hilfsangebote hin. Ein weiteres Format ist die Öffnung eines Chatrooms, in welchem die Jugendlichen online an verschiedenen Angeboten teilnehmen können. „Online haben wir mit den Jugendlichen auch gekocht. Alle hatten großen Spaß und geschmeckt hat es natürlich auch“, so Jugend- und Heimerzieherin Anna Suedes. Einzelgespräche können als Beratung mit einem Mitarbeiter verabredet werden, die dann auch in Innenräumen stattfinden können.

Bei den Besuchern der Spielkiste stehen eher andere Angebote im Vordergrund. Hier können Spiele und Bücher ausgeliehen werden, es werden Briefe mit Rücksendeumschlag zum Antworten verschickt und für die wärmeren Tage Sportkisten gegen Pfand in den Park ausgeliehen. In aufsuchenden Gesprächen können Kinder ihre Bedürfnisse formulieren und sich über Förderstunden im Haus, etwa dem Helfen bei den Hausaufgaben oder einem persönlichen Beratungsgespräch anmelden. „Viele Kinder haben Förderbedarf beim Homeschooling, den Lernpaketen und Verständnisprobleme bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Dazu kommen oft die Enge kleiner Wohnungen und die beängstigende Corona-Lage. Die Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren und ihre Herausforderungen und Sorgen ernst zu nehmen, steht genauso im Mittelpunkt wie bei den Jugendlichen“ so Anja Brohm, Erzieherin der Spielkiste.

Hoffen auf ein wenig Normalität

Kindern, Jugendlichen wie Mitarbeitern sei sehr wichtig, den Kontakt zueinander nicht zu verlieren. Alle sind sich einig, dass es diese Zeit zu bezwingen gilt, die große Einschränkungen mit sich bringt. Treffen mit Freunden sind verboten oder erschwert, Freizeitmöglichkeiten beschränken sich großteils auf die eigenen vier Wände. Darum ist die Hoffnung bei Jugendlichen wie Mitarbeitern des Hauses der Jugend groß, wieder Stück für Stück Normalität zu gewinnen. pm/erb