Pforzheim. In Puzzleheim sollen Herkunft und Einkommen keine Rolle spielen. Deshalb übernimmt „Menschen in Not“, die Hilfsaktion der Pforzheimer Zeitung, für 20 Kinder die Kosten von insgesamt 4300 Euro. Weitere 20 Plätze finanziert die Gabriel-Eberle- Stiftung, zehn die Diakonie Pforzheim. Wie lebendig es in der Kinderspielstadt zugeht, davon machte sich Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, vor Ort selbst ein Bild.
Sie zeigte sich begeistert davon, mit wie viel Neugier, Kreativität und Eigeninitiative die Kinder ihre eigene Stadt gestalten. Besonders beeindruckten sie die Projekte rund um Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit.
Gerade an heißen Sommertagen wird deutlich, dass diese Themen in Puzzleheim nicht nur besprochen, sondern praktisch umgesetzt werden. Ein Sprühnebel ist in Planung und soll bald für Abkühlung sorgen, die Kinder werden regelmäßig ans Trinken erinnert, und Wasser ist jederzeit selbstverständlich verfügbar.


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„Trinken ist ein Gemeingut“, sagt Robin Schneider, Fachbereichsleiter der Mobilen Kinderangebote beim Stadtjugendring. Deshalb gebe es in Puzzleheim einen frei zugänglichen Trinkbrunnen. Der Umgang mit großer Hitze sei kein einzelner Aktionstag, sondern Teil eines festen Konzepts.
Nachhaltige Entwicklung
Nachhaltigkeit spielt auch darüber hinaus eine zentrale Rolle. Puzzleheim ist als Einrichtung für Bildung und für nachhaltige Entwicklung zertifiziert. „Wir wollen nicht nur ein kurzzeitiges Erlebnis schaffen“, sagt Schneider. Die Kinder sollten lernen, wie sie ihr eigenes Leben und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft gestalten können. „So, dass es gut für sie selbst und für ihre Stadt ist.“ Dazu gehören Themen, die sie auch als Erwachsene beschäftigen werden: Klimawandel, Hitze, Gesundheit, Wasser und die Begrünung der Stadt. Gemeinsam mit dem Amt für Umwelt und dem Gesundheitsamt wurden bereits Aktionen entwickelt. Auch die Bepflanzung und Begrünung von Flächen und Außenwänden soll künftig eine größere Rolle spielen. Die Kinder erleben dabei, dass sie ihre Umgebung selbst verändern können. Sie diskutieren nicht nur über eine lebenswerte Stadt, sondern probieren konkrete Lösungen aus.


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In rund 30 Bereichen können die Kinder kreativ werden, Sport treiben, Medien ausprobieren, Berufe kennenlernen und Verantwortung übernehmen.
Dabei geht es immer auch um die Frage, wie Gemeinschaft funktioniert und wie eine Stadt aussehen kann, in der alle gut leben. Für Schneider gehört deshalb auch die Unterstützung benachteiligter Familien zum Grundgedanken von Puzzleheim.
„Wir können nicht auf der einen Seite sagen, dass Kinder gemeinsam ihre Stadt und ihre Gemeinschaft gestalten sollen, und dann ein Angebot machen, das durch seine Kosten bestimmte Kinder ausschließt“, sagt er. „Das geht nicht.“


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Welche Kinder einen geförderten Platz erhalten, wird in Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit, Stadtteilzentren und sozialen Einrichtungen entschieden. Die Fachkräfte kennen die Familien und wissen, wo Unterstützung gebraucht wird. Und sobald die Kinder in Puzzleheim angekommen sind, spielt es keine Rolle mehr, wer den Platz bezahlt hat. „Die Kinder sind Teil der Gruppe. Dann ist es egal, woher sie kommen.“ Insgesamt nehmen 250 Kinder aus Pforzheim und dem Enzkreis teil. Zwei Wochen lang probieren sie sich aus, entwickeln eigene Ideen und erleben, wie Gemeinschaft funktionieren kann.

