760_0900_145719_.jpg
Beim Dialog-Format „Auf einen Kuchen mit Demokraten und Demokratinnen“ erzählt Stadträtin Oana Krichbaum (rechts) ihre persönliche Geschichte. 

Demokratiecamp regt Schüler in Pforzheim zum Denken und Einordnen an

Pforzheim. Jugendliche ermutigen, sich mitzuteilen – das ist für Liane Bley, Regionalleiterin des Internationalen Bunds, das Ziel des diesjährigen Demokratiecamps in der Carlo-Schmid-Schule. Vom 15. September bis 10. Oktober findet eine Reihe von Veranstaltungen mit verschiedenen Klassen statt. Darunter sind sowohl Workshops als auch eine Autorenlesung, mehrere Vorträge und Diskussionen.

Kuchen und Diskussion

Das Format „Auf einen Kuchen mit Demokraten und Demokratinnen“ ist ein ganz besonderes Programm, das auf kulinarische Art und Weise den Schülerinnen und Schülern die Zusammenarbeit in einer Demokratie näherbringen soll. Dabei bringen verschiedene Lokalpolitiker, die alle aus unterschiedlichen Ländern stammen, einen Kuchen aus ihrem Heimatland mit und kommen so, über die Symbolik der Zutaten, mit den Schülern ins Gespräch. Denn „so, wie ein Kuchen viele unterschiedliche Zutaten hat, so hat auch die Demokratie viele Zutaten“, beschreibt Christine Riede-Hallak vom Demokratiezentrum Pforzheim die Idee des Formats.

Den Auftakt bildete die Diskussion der diesjährigen Abiturklasse mit der CDU-Stadträtin Oana Krichbaum. Sie stammt aus Rumänien und spricht unter anderem von der Symbolik der Kirsche in ihrem Kuchen. So bedeute diese Glück, und auch Glück sei in einer Demokratie nützlich.

Außerdem erzählte sie von ihrer Kindheit in dem osteuropäischen Land, das damals unter einem Diktator gelitten habe. Daher habe es nur eingeschränkte oder gar keine Presse- und Meinungsfreiheit gegeben, welche allerdings zentrale Elemente einer Demokratie seien.

Mit diesen Impulsen hatten die Teilnehmenden letztendlich reichlich Anknüpfungspunkte für die anschließende Diskussion.

„Partizipation 2.0“

Riede-Hallak ist außerdem eine der „Respekt Coaches“, die Vorträge und Workshops leiten. Bereits am ersten Veranstaltungstag, dem offiziellen Tag der Demokratie, leitete sie den Workshop „Partizipation 2.0“ der die teilnehmenden Schüler für Chancen, aber auch Gefahren im Umgang mit Medien vor allem im Internet sensibilisieren sollte. Den Jugendlichen sollten Möglichkeiten zur „Teilhabe an Entscheidungsprozessen“ gezeigt werden, sagte sie.

Der Fokus auf das Internet und Themen wie digitales Mobbing und gezielte Falschinformationen, die auch von den Jugendlichen explizit gewünscht wurden, sei sehr wichtig. Vor allem, weil viele Jugendliche tagtäglich mit diesen Medien in Kontakt seien, aber nur wenig für die bestehenden Gefahren sensibilisiert seien.

Weiterer Höhepunkt ist an diesem Samstag die künstlerische Aktion „Die Stimme der Jugend“, bei der die Jugendlichen mit der Künstlerin Miriam Neukam selbst eine Wand ihres Ladenlokals gestalten können. Eine ähnliche Aktion fand bereits im Februar statt (die PZ berichtete). „Dort können die Jugendlichen ihre Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft an eine Wand bringen“, so Riede-Hallak.

Sie lobte außerdem die Kooperation mit der Stadt Pforzheim sowie dem Demokratiezentrum: „Die Zusammenarbeit bietet viele Vorteile.“ Denn die Leiterin des Demokratiezentrums, Carina Steinmetz, sei zusätzlich Schulsozialarbeiterin und habe somit einen direkten Draht zu den Schülerinnen und Schülern. Sie kenne die Sorge und Nöte, betonte Riede-Hallak.