nach oben
Magische Momente: Hans Klok versetzt sein Publikum ins Staunen – mit atemberaubenden Tricks und einer spektakulären Bühnenshow. Im Pforzheimer CongressCentrum bannte der Illusionist fast 800 Zuschauer. Foto: Doornheim
Magische Momente: Hans Klok versetzt sein Publikum ins Staunen – mit atemberaubenden Tricks und einer spektakulären Bühnenshow. Im Pforzheimer CongressCentrum bannte der Illusionist fast 800 Zuschauer. Foto: Doornheim
14.01.2018

Der schnellste Illusionist der Welt: Hans Klok begeistert Publikum im CCP

Pforzheim. Spannender, besser, schneller: Eigentlich haben die Stars unter den Großillusionisten längst alle Register gezogen. Mehr als zwei Dutzend weiße Tiger und das Verschwinden der New Yorker Freiheitsstatue eingeschlossen. Der holländische Magier Hans Klok (48) ist schon lange im Show-Geschäft und gegenwärtig mit seiner opulenten Bühnen-Show „House of Mystery“ auf Deutschland-Tournee.

Am Freitagabend machte er im Congress Centrum Station – nicht zum ersten Mal; aber zwischen den beiden Terminen liegen wohl Hundertschaften „zersägter Jungfrauen“. Oder wie es sein Stuttgarter Promoter Paul Woog formuliert: „Der vierfache Aufwand gegenüber der letzten Gastspielreise.“ Fünf 40-Tonnen-Trucks werden für den Transport von Kloks „House of Mystery“ inzwischen mindestens benötigt. Neben dem Magier agieren nicht weniger 14 Mitstreiter auf der Bühne – zuletzt bei stehendem Applaus.

Welche Elemente machen Hans Kloks mobile Zauber-Show aus? Hans Klok selbst verspricht im CCP „15 Tricks in fünf Minuten“ – und hält spektakulär Wort. Gleichzeitig weiß er mit wohldosierter Selbstironie zu gefallen: Der „größte Trick des Abends“, scherzt er in Pforzheim: „Ich versuche, Deutsch zu sprechen.“ Und er legt nach: „Ich höre mich an wie Rudi Carrell – und sehe aus wie Linda de Mol.“ Gleichzeitig ist der Magier der erste und bislang einzige Zauberer, der in der 42-jährigen Geschichte des Zirkusfestivals in Monte Carlo mit einem Silbernen Clown ausgezeichnet wurde. Sein aktuelles Programm hat der Niederländer mit einer Prise des in Prag kultivierten „Schwarzen Theaters“ angereichert und mit preisgekörnter Gast-Akrobaten nachhaltig gewürzt.

Mit dabei ist das Schlangenmädchen Jordan McKnight, das mit atemberaubender Beweglichkeit – begleitet von Knackgeräuschen – perfekt in die gruselige Handlung der Show passt.

Um welche Hintergrundgeschichte geht es im „House of Mystery“? Der „rote Faden“ des aktuellen Programms ist der – fiktive – Illusionist Alfredo Cordoni. Ihm ist es gelungen, so hat sich Hans Klok zumindest ausgedacht, das Know-how der berühmtesten Zauberer an sich zu bringen und die lästigen Konkurrenten bei lebendigem Leib zu begraben. Mit deren Wiedergängern hat Klok nun zahlreiche Kämpfe – mit allerlei Selbstbefreiungen und greller Pyrotechnik – auszufechten. In dieses gruselige Szenario voll „untoter Zauberer“ passen auch die Gast-Nummern des italienischen Laser-Akrobaten Andrea Prince und der ukrainischen Hand-auf-Hand-Akrobaten Yana Semilet und Richard Jecsmen „La Vision“, deren Bühnen-Outfit wirkt, als kämen beide frisch gehäutet aus Gunther von Hagens „Körperwelten“.

Gibt es zeitlose Signatur-Zaubertricks, die Hans Klok präsentiert? Zu den im CCP gezeigten Glanzlichtern zählen zwei klassische Illusionen: Der legendäre Schwerter-Trick des unvergessenen Hans Moretti (1928–2013), bei dem durch einen Kasten mehr Klingen gebohrt werden, als Kugeln den Fluchtwagen von Bonny und Clyde durchschlagen haben, und Harry Bouten Blackstones (1934– 1997) raffinierte und zugleich poetische Nummer mit einer losgelöst leuchtenden und bis in die ersten Reihen des Saals schwebenden Glühbirne. Diese legendäre Nummer Blackstones zählt zu den beiden einzigen Tricks, für die weltweit Urheberschutz besteht. Nur zwei Illusionisten dürfen sie in Lizenz zeigen: Klok und der Amerikaner Darren Romeo.

Verdient Kloks Bühnenzauberkunst das Attribut „Weltklasse“? Er kenne zweierlei Typen von Zuschauern, lässt Hans Klok das CCP-Publikum im Verlauf des Abends wissen: „Solche, die sich einfach gut unterhalten lassen wollen – und solche, die ganz genau wissen möchten, wie die Nummer denn gehe.“ Beiden wünscht er „viel Spaß“. Gleichgültig, zu welcher Fraktion man sich nun insgeheim zählen mag: Selbst der kanadische Großillusionist Dough Henning (1947–2000), der stilprägende Revolutionär der aktuellen Bühnenzauberkunst, hätte an Kloks „House of Mystery“ vermutlich seine helle Freude gehabt, da in seiner Show die von Henning zeitlebens propagierte Mischung aus spektakulär in Szene gesetzter Illusion, Musik- und Videountermalung, Handlung, Hitchcock-Krimi, Tanz, Theater und erfrischendem Humor perfekt gelingt. Kloks Zauber-Mix ist Weltklasse.