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Eugen Müller zeigt das alte Klassenbuch aus seiner Zeit als Schüler am Reuchlin-Gymnasium.  Foto: Moritz 
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Der Eintrag im Klassenbuch beweist: Am Reuchlin-Gymnasium gab es am Tag nach der Mondlandung schulfrei.  Foto: Moritz 
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Gerhard Ketterl, PZ-Fotograf in Ruhestand, besitzt ein Autogramm von Neil Armstrong.  Foto: Ketterl 
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25 Jahre nach seiner Mondlandung war Neil Armstrong auf der Schmuck- und Uhrenmesse in Basel.  Foto: Ketterl 

Die Auswirkungen der Mondlandung: Schulfrei dank Neil Armstrong

„Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“, sagte Neil Armstrong, als er vor 50 Jahren als erster Mensch den Mond betrat. Ein kleiner Schritt, der auch kleine Auswirkungen bis nach Pforzheim hatte.

Für Eugen Müller, heute Geschäftsführer der Firma Meyle+Müller, und seine Klassenkameraden am Reuchlin-Gymnasium bedeutete das nämlich: unterrichtsfrei wegen der Mondlandung. So steht es am nächsten Tag in dem Klassenbuch verzeichnet, dass Müller der PZ zeigt. 13 Jahre alt war er damals gewesen und hatte mit seinem Vater die ganze Nacht vor dem Fernseher gesessen, um die erste Mondlandung live zu verfolgen. „Es war faszinierend, sensationell“, erinnert sich Müller. Computer seien damals noch ein Buch mit sieben Siegeln gewesen, sagt Müller, der heute in der IT-Branche tätig ist. Dass Menschen zum Mond fliegen können und das auch noch live im Fernsehen übertragen wird, sei damals „fast unglaublich“ gewesen. Stundenlang seien in deutschen Studios Wissenschaftler befragt worden. Und auch in der Schule sei das Ereignis im Unterricht vor- und nachbesprochen worden. Unter anderem auch mit Klassenlehrer Theodor Alt. Einer „Legende“, wie Müller erzählt. Und was hat der damals 13-Jährige an dem schulfreien Tag nach der Mondlandung gemacht? „Das weiß ich nicht mehr. Aber wahrscheinlich habe ich viel geschlafen“, sagt Müller und lacht.

Der Mondmann im Interview

Zu den „Sternstunden“ im Journalistenleben des ehemaligen PZ-Fotografen Gerhard Ketterl gehört zweifelsohne die Begegnung mit Neil Armstrong, jenem amerikanischen Astronauten, der mit seinen Kollegen Edwin „Buzz“ Aldrin am 20. Juli 1969 um 21:17 Uhr (MEZ) mit dem Landemodul „Eagle“ auf dem Mond gelandet ist und knapp sieben Stunden später als erster Mensch den Mond betrat. Das ganze Spektakel für den PZ-Mann hat sich aber nicht vor 50 Jahren abgespielt, da saß der 13-jährige Hebel-Gymnasiast wie Millionen Menschen gespannt vor dem Fernseher, sondern 25 Jahre später in Basel während der Schmuck- und Uhrenmesse. Nicolas Hayek, allgewaltiger Chef der Schweizer Uhren-Nobelmarke „Omega“, hatte aus Anlass des 25. Jahrestages der Mondlandung zur Plauderstunde mit Neil Armstrong, seinem amerikanischen Kollegen Thomas Stafford (Apollo10) und dem Schweizer Spacelab-Astronauten Claude Niccolier geladen. Das entging Ketterl, der eigentlich die Pforzheimer Firmen besuchen sollte, nicht und so kämpfte er sich durch die Menge der wartenden Fotografen und Fernsehleute, um sich den besten Platz zu sichern. Auf dem Weg zur eigens für die Messe aufgebauten Mondlandschaft hat Armstrong bereitwillig dem PZ-Fotografen noch ein kleines Interview gegeben. Dabei verriet er auch, dass er manchmal noch von einem Mondspaziergang träume. „Es ist aber nicht schlimm, dass es nur bei einem Traum bleibt, ich war ja schon einmal dort oben.“

Beim gemeinsamen Gruppenfoto nahmen alle auf dem Nachbau des Mondautos Platz, mit dem James Irwin von Apollo im August 1971 als erster Autofahrer auf dem Mond herumgekurvt ist. Und jener Irwin weilte im Mai 1980 in der Goldstadt, um in einem Tonstudio am Trippelweg die Weltraum-Sinfonie von Siegfried Fietz mit christlichen Texten zu besprechen. Und „gk“ von der PZ war damals schon vor Ort.