Pforzheim. Fünfmal schon hat der Marktplatz während der Pforzheimer Bierbörse Magnetwirkung entwickelt, die stets gerade am Vatertag, also an Christi Himmelfahrt, Tausende Freunde der Braukunst begeisterte. Die sechste Auflage findet nun aber früher und in kürzerer Version im Enzauenpark statt. Das wird unter PZ-Lesern, etwa in sozialen Medien, durchaus kontrovers diskutiert.
Während die einen die Vorzüge des bewährten Konzepts herausstellen, freuen sich andere besonders auf diese Börse der speziellen Art. Macher Bernd Noll von Alpha Marketing aus dem pfälzischen Bobenheim-Roxheim sieht dem am Freitag, 4. Mai, um 15 Uhr startenden Spektakel optimistisch entgegen, auch wenn die Rochade aus der Not geboren ist.
Keine wirklichen Alternativen
Die Zusammenarbeit mit dem städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) sei „von allerbester Qualität“, sagt Noll. Deshalb habe er frühzeitig erfahren, dass zur Zeit der sechsten Bierbörse die große Umgestaltung der Fußgängerzone laufen wird. Die Arbeiten sind nun tatsächlich im Gange und bestätigen ihn in seiner Einschätzung, dass er bei einer erneuten Auflage auf dem Marktplatz in diesem Jahr „extrem eingeschränkt“ gewesen wäre. Schließlich hatte es bei der Bierbörse auch immer Stände in der Peripherie gegeben.
Mehrere Alternativen seien geprüft worden. Den Messplatz habe er rasch als zu ausladend und für seine Veranstaltung zu wenig gemütlich abgehakt. Gegen den Waisenhausplatz hätten die Nähe zu „Parkhotel“ und Theater gesprochen: Auf der Bierbörsenbühne geht es nicht eben leise zu – man wollte weder Hotelgäste noch Musenfreunde stören. „Der Enzauenpark blieb als einzige Möglichkeit“, so Noll, der dieser Variante durchaus Charme zuspricht. Die Nähe zum Wasser, viel Grün: Da lasse sich doch viel leichter eine Biergarten-Atmosphäre schaffen.
Fair geht vor
Dass er von einer Terminierung ab Christi Himmelfahrt absah, ist für Noll Ehrensache. Schließlich habe der Vatertag in der angestammten Gastronomie des Enzauenparks Tradition. „Es wäre mehr als unfair, da nur einige Meter weiter mit der Bierbörse eine Konkurrenz zu schaffen.“ Gemeinsam mit dem Chef des örtlichen Biergartens, Frank Daudert, habe er nun eine gute Lösung gefunden. „Das ist ein Gebot der Fairness“, bekräftigt Noll. Und so wird die Bierbörse vorgezogen und von sonst üblichen vier Tagen auf dieses Mal lediglich drei Tage verkürzt.
Von Freitag bis Sonntag will der Chef der Bierbörse sein Stammpublikum, aber auch Neulinge begeistern. Denn im Enzauenpark seien auch Ausflügler unterwegs, die sich zu einer spontanen Stippvisite auf dem Vicenzaplatz entscheiden könnten, wenn sie das Angebot anspricht. Und dieses bietet erneut große Vielfalt – fürs Ohr wie für den Gaumen. Am Freitag, 4. Mai, wird kurz nach dem gegen 19 Uhr stattfindenden Fassanstich die hiesige Formation „6th Element“ dem Publikum einheizen. Am Samstag, 5. Mai, hat ab 19 Uhr die Band „Cover Up“ ihren großen Auftritt.
Versuch mit Potenzial
Bierbörsenkenner werden sicher wieder auf das 0,1-Liter-Probierglas setzen, um möglichst viele Facetten der Braukunst erkunden zu können. Denn an beinahe 40 Ständen werden mehr als 300 Fass- und Flaschenbiere aus aller Welt gereicht – von regionalen Gerstensäften über bayerische und norddeutsche Spezialitäten bis zu belgischen Fruchtbieren.
„Ich freue mich, wir kommen gerne nach Pforzheim“, betont Noll: „Wenn das Wetter passt, werden wir eine superschöne Bierbörse haben.“ Eigentlich hatte das städtische Citymarketing diese Attraktion ja aber einst an Land gezogen, um die Innenstadt zu beleben. Laut Noll ist noch nicht entschieden, ob der Trip ans grüne Enzufer eine einmalige Sache bleibt.
Mehr Informationen gibt es im Internet auf www.bierboerse.com

