Ein buntes und vergnügliches Fest haben Hunderte Kinder am Samstag auf Pforzheims Marktplatz gefeiert.
Meyer
Ganz schön schwindelig kann es einem beim Kindermarktplatzfest werden.
Mit den Devil Sticks bringt Daniel Silvanus die Kinder zum Staunen. Fotos: Roller
Pforzheim
Die City dreht mächtig auf: Familien feiern ein buntes und spannendes Marktplatzfest
  • Nico Roller

Pforzheim. Egal, ob bei Spielen im XXL-Format, bei humorvollen Musikstücken oder bei lehrreichen Mitmachaktionen: Die Kinder haben ihren Spaß. Der Pforzheimer Marktplatz verwandelt sich am Samstag für sieben Stunden in eine einzige große Spielwiese.

Organisiert vom Stadtjugendring, lässt das Kindermarktplatzfest beim Nachwuchs keine Wünsche offen: Die Kinder können Bobbycar fahren, in Kisten eine Rampe hinunterrutschen, im Tischkicker gegeneinander antreten, auf der Hüpfburg toben – und Teddybären verarzten. Oliver Pfaff und seine Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz haben dafür extra ihr „Bärenhospital“ geöffnet. „Wir wollen den Kindern die Angst nehmen, Verbände anzulegen“, sagt der Jugendleiter. Auch einen Rettungswagen dürfen sie besichtigen, die Schränke aufmachen und ganz viele Fragen stellen.

Ein Survival-Armband können sie dagegen bei den Royal Rangers herstellen. Eines, das sich ganz modisch am Handgelenk tragen lässt. „Aber wenn man es braucht, dann kann man es aufdröseln und vielseitig einsetzen“, erklärt Toni Greco. Bis zu 195 Kilogramm kann die Schnur halten, aus der das Armband besteht. Perfekt, um sie zum Klettern zu benutzen, zum Ablassen von schweren Gegenständen oder zum Angeln.

Die Pfadfinder sind nicht die einzigen, die auf dem Kindermarktplatzfest einen Einblick in ihre Arbeit geben. Auch das Technische Hilfswerk ist vor Ort – mit einer Hüpfburg und vielen Informationen. Man wolle auf sich aufmerksam machen, sagt Jugendleiter Lars Riegsinger, „damit die Kinder wissen, wer die blaue Feuerwehr ist“.

Über Kinderrechte informiert dagegen ein Bus des Bundesfamilienministeriums. Seit der Entstehung der UN-Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren habe sich schon einiges getan, sagt Ministeriums-Referentin Inger Neick und verweist unter anderem auf das Gesetz für gewaltfreie Erziehung, auf mehr Angebote im Bereich der frühkindlichen Erziehung und auf das „Gute-Kita-Gesetz“. Aber sie sagt auch: Es gebe immer noch einiges zu tun, etwa bei der Beteiligung von Kindern an Entscheidungen, die sie direkt betreffen. Mit dem Kinderrechte-Bus wolle man spielerisch über diese Themen informieren, erklärt Neick. Zwischen Juni und Oktober macht er Halt in 20 Städten. Alison Bussey und ihre Kollegen vom Stadtjugendring freuen sich, dass Pforzheim eine davon ist.

Zusammen mit rund einem Dutzend seiner Mitgliedsverbände hat der Stadtjugendring das Kindermarktplatzfest auf die Beine gestellt. 50 haupt- und etwa genau so viele ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz. Mit dem Fest wolle man 70 Jahre Jugendarbeit in Pforzheim feiern, erklärt Bussey: „Wir wollen heute etwas zurückgeben.“ Vor einem halben Jahr hatte man mit der Organisation begonnen: Genehmigungen wurden eingeholt, Sponsoren gesucht und Bands akquiriert. Vier Musikgruppen stehen auf der Bühne und machen kindgerechte Musik: „The Three And A Half Trombones“, „Flohzirkus Orquestra“, „Muckemacher“ und „Donikkl“.