"Wie lange wollen wir noch über Abschiebungen diskutieren", fragt PZ-Redakteur Constantin Hegel.
Julian Stratenschulte/dpa/PZ
Pforzheim
"Die Debatte um Abschiebungen dreht sich seit Jahren im Kreis"

Pforzheim. Die Kritik der evangelischen Kirche an den härteren Maßnahmen der Stadt Pforzheim gegen kleinkriminelle Asylbewerber ist eine Scheindebatte, findet PZ-Redakteur Constantin Hegel. Seit bald elf Jahren drehe sich die Debatte um Abschiebungen im Kreis.

Ein Kommentar von PZ-Redakteur Constantin Hegel 

Die sogenannte Flüchtlingskrise ist bald elf Jahre her. Geblieben sind seitdem nicht nur Millionen Menschen, sondern auch die immergleiche Debatte, wer von jenen Menschen nun in Deutschland bleiben darf und wer nicht. Während Rechte um die AfD nach millionenfachen Abschiebungen rufen und damit ein ums andere Prozent in den Wahlumfragen einheimsen, fordern Linke und Kirchen konsequent Bleiberechte.

Und die CDU? Die kündigt medienwirksam den großen Wurf an, will in Stuttgart und Pforzheim hart durchgreifen gegen Kleinkriminelle mit Migrationshintergrund. Große Töne, wenn man bedenkt, dass in Pforzheim von den neuen Maßnahmen ganze 13 Asylbewerber betroffen sind. Allein bei der dafür einberaumten Pressekonferenz waren mehr politisch Verantwortliche anwesend.

Mindestens genauso öffentlichkeitswirksam reagiert jetzt die Evangelische Kirche mit heftigem Widerspruch gegen diese Schein-Maßnahmen. Die Debatte dreht sich seit Jahren im Kreis. Die einzigen, die Fakten schaffen, sind die Menschen, um die es geht. Die Asylbewerber, die sich Jahr für Jahr mehr in Stadt und Land einleben – und ihre Rückkehr so immer unwahrscheinlicher (und unmenschlicher) machen.