nach oben
Die 27-jährige Syrerin Aya Barakat ist 2015 aus Aleppo geflohen und hat in Pforzheim eine Heimat gefunden. Foto: Meyer
Die 27-jährige Syrerin Aya Barakat ist 2015 aus Aleppo geflohen und hat in Pforzheim eine Heimat gefunden. Foto: Meyer
13.10.2017

Die Frau von Aleppo: Aya Barakat auf der Bühne im Theater Pforzheim

Pforzheim. Wenn Aya Barakat auf der Bühne steht, erinnert sie alles an ihre Heimat – der Krieg, das Blut. Die junge Syrerin wirkt am Theater Pforzheim bei „Die Frauen von Troja“ mit.

Die Gefühle, die sie während ihres Auftritts im Schauspiel „Die Frauen von Troja (Der Untergang)“ von Euripides in der Neufassung von Walter Jens am Pforzheimer Theater empfindet, kann Aya Barakat nur schwer in Worte fassen. Fünf Jahre lang hat die gebürtige Syrerin im Kriegsgebiet gewohnt. „Bei all dem Blut, all dem Leid, muss ich gleich an meine Heimat denken“, sagt die 27-Jährige. Die Eindrücke aus Aleppo kann sie nicht vergessen. „Manchmal weine ich auf der Bühne“, gesteht die junge Frau. Bei dem Antikriegsstück ist sie Teil des 20-köpfigen Chors.

Es ist jetzt zwei Jahre her, dass die Syrerin mit ihrem Mann Amin auf dem Seeweg über die Türkei und Griechenland nach Deutschland geflohen ist. „Das war sehr schlimm“, sagt die 27-Jährige, die das gesamte Gespräch über eine solche Lebensfreude ausstrahlt, zu ihrer Flucht. Kurz wird sie nachdenklich: „Aber wir müssen weiterleben.“ Bevor sie mit ihrem Mann vor einem Jahr eine Wohnung in Pforzheim beziehen konnte, lebten die beiden sieben Monate lang in einer provisorischen Unterkunft in Niefern.

Kraft gibt der jungen Frau, die ihren Lebensmut nicht verloren hat, ihr Mann. „Er unterstützt mich bei allem, was ich tue“, schwärmt sie. Einen Tag vor der Flucht haben die beiden, die sich seit zehn Jahren kennen und gemeinsam Visuelle Kommunikation in Aleppo studiert haben, noch geheiratet. Und ihre Familie? Wieder werden die Augen der jungen Frau für einen Moment traurig. Sie musste sie in Syrien zurücklassen, man sei aber in Kontakt.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.