Pforzheim. Falsch, irreführend, manipulativ – sind Sie schon einmal auf eine Falschinformation hereingefallen? Die Flut an Informationen im Netz, vor allem in den sozialen Medien, nimmt stetig zu. Schneller Informationsfluss und die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz führen dazu, dass es immer schwieriger wird, echte, objektive Fakten von falschen zu unterscheiden. Hanno Beck, Professor für VWL an der Hochschule Pforzheim, erläutert in seiner neuesten Publikation gemeinsam mit Professor Aloys Prinz, was genau Fake News sind und wie man einen korrekten Faktencheck durchführt, um sie zu entlarven.
Fake News sind den Autoren zufolge gezielt verbreitete falsche oder irreführende Tatsachenbehauptungen im Nachrichtenformat, die politische oder wirtschaftliche Ziele verfolgen. Sie sind oft schwierig zu identifizieren, weil tatsächliche Fakten sowie subjektive Meinungen und Emotionen miteinander verschmelzen.
Wie erkenne ich Fake News? Erstens: Informationen auf unabhängigen Faktenchecker-Portalen auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Dies kann man beispielsweise bei Initiativen von Nachrichtenagenturen oder staatlichen und europäischen Einrichtungen tun. Zweitens: rechtliche Instrumente nutzen. Der Staat kann gegen falsche und rechtswidrige Inhalte vorgehen. Möglich ist eine Strafverfolgung der Urheber*innen der Falschmeldung, sofern diese identifizierbar sind. Zusätzlich gibt es Melde- und Löschpflichten für Online-Plattformen. Wird ein Fall gemeldet, sind diese verpflichtet, ihn zu prüfen.


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Außerdem müssen Netzwerke rechtswidrige Inhalte proaktiv entfernen. Dabei gibt es jedoch auch Grenzen: wenn Urheber im Ausland ansässig sind, bei der Abgrenzung zwischen Meinung und Falschmeldung, durch die Gefahr des „Overblockings“ – also der vorsorglichen Löschung zu vieler Inhalte – oder durch praktische Überforderung aufgrund enormer Datenmengen. Drittens: Medienkompetenz stärken. Das sogenannte „Prebunking“, also die Medienerziehung der Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf Fake News, gilt als besonders nachhaltiger Ansatz. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger frühzeitig zu befähigen, Manipulation zu erkennen, emotionale Zuspitzungen kritisch einzuordnen und die eigene Informationskompetenz realistisch einzuschätzen.
Die Kosten von Fake News sind laut den beiden Autoren ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Die Korrektur von Falschmeldungen kostet große Plattformen wie Google oder Facebook jedes Jahr Millionen. 2021 beispielsweise zahlte Google 25 Millionen Euro an den European Media and Information Fund, der Faktenchecker und Forschungsprojekte zu Fake News unterstützt.


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Daneben entstehen auch an der Börse, in der Unternehmenskommunikation, im Gesundheitswesen oder in der Strafverfolgung erhebliche Kosten. Die Kosten von Fehlentscheidungen aufgrund falscher Informationen steigen. Auch der Verlust von Vertrauen führt dazu, dass die Koordination von Marktteilnehmern erschwert wird. Fake News führen zudem zu politischen Verwerfungen und möglicherweise zu einer Beschädigung der Demokratie. Hinzu kommen persönliche und psychologische Belastungen für Personen, die durch Fake News geschädigt werden. Der Kampf gegen Falschinformationen ist Beck und Prinz zufolge wichtig, scheint jedoch oft aussichtslos. Analysiert man die Möglichkeiten der Bekämpfung von Fake News, zeigt sich, dass es nicht die eine Lösung gibt. Bildung erweist sich als eine der wirksamsten Waffen.

