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Arbeiten konzentriert zusammen: Diese Jugendlichen produzieren eine Zeitung über das Jugendcamp und besprechen gerade die Inhalte. 

Die Welt zu Gast in Pforzheim: Jugendliche aus 17 Ländern treffen sich

Pforzheim. In kleinen Gruppen stehen die Jugendlichen zusammen, um die Taktik zu besprechen. Immer wieder schauen sie sich um, kontrollieren die Umgebung, ob keiner von den Gegnern in der Nähe ist. Denn das Ziel ist es, sich gegenseitig zu fangen, die eigene Fahne zu behalten und die des gegnerischen Teams an sich zu reißen. "Capture the flag" heißt das Spiel, bei dem es am Montagnachmittag auf dem Außengelände des Hohenwart Forums recht lebhaft zugeht.

Die Jugendlichen haben sichtlich Spaß und feuern sich gegenseitig an. Sie alle nehmen am Pasch-Jugendkurscamp teil, das vom Goethe-Institut Mannheim organisiert wurde und noch bis zum 20. August in Hohenwart stattfindet. Morgens lernen sie Deutsch, nachmittags stehen Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Neben "Capture the flag" gibt es an diesem Tag auch die Möglichkeit, eine eigene Zeitung zu gestalten und Spiele wie Tischkicker oder Tischtennis zu machen.

87 Teilnehmer aus 17 Ländern

87 Teilnehmer im Alter von 14 bis 18 Jahren sind dabei, die alle über ein Stipendium in das Camp gekommen sind, weil sie an ihren Schulen besonders herausragende Leistungen im Fach Deutsch erbracht haben. "Wir haben sehr motivierte Kids", sagt Jule Schnakenberg und erzählt, in den vergangenen Tagen sei eine richtige Gemeinschaft entstanden. Zusammen mit Moritz Borrmann leitet sie das Camp, insgesamt sind zwölf Betreuer im Einsatz.

Die Teilnehmer kommen aus 17 Herkunftsländern, unter anderem aus Südkorea, Ägypten, Dschibuti, Japan, Ruanda, Usbekistan, Großbritannien, Portugal und El Salvador. Jeden Tag haben sie morgens, vormittags und am frühen Nachmittag insgesamt mehr als vier Stunden Unterricht, in dem sie intensiv Deutsch lernen – und zwar in mehreren Gruppen bei insgesamt sechs Lehrern, abhängig vom Leistungsstand. Nachmittags und abends gibt es ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Oft können die Teenager aus mehreren Angeboten wählen, können unter anderem Frisbee spielen, Freundschaftsbänder herstellen, wandern oder ins Freibad gehen.

Manchmal machen aber auch alle etwas gemeinsam, etwa ein Spiel, bei dem Teilnehmer und Betreuer in mehreren Disziplinen gegeneinander antreten. Oder einen Länderabend, an dem jeder das Land vorstellt, in dem er sich zu Hause fühlt. Am Wochenende stehen gemeinsame Ausflüge auf dem Programm. In Mannheim waren sie schon, am kommenden Wochenende geht es nach Heidelberg.

Jugendliche in Pforzheim unterwegs

Auch in Pforzheim sind die Jugendlichen immer wieder unterwegs. Nachdem sie die Stadt bereits bei einer Rallye erkundet haben, dürfen sie sich dort in festgelegten Zeitfenstern selbstständig bewegen. In den nächsten Tagen wollen sie den Wildpark und die Hochschule besuchen. Borrmann sagt, die Jugendlichen seien sehr wissbegierig, würden sich im Vorfeld über die Ausflugsziele im Internet informieren und sich gegenseitig unterstützen: Wer besser Deutsch könne, übersetze für die anderen.

Die Teilnehmer seien sehr ehrgeizig und würden teilweise auch in ihrer Freizeit lernen. Denn manche absolvieren beim Jugendkurscamp auch Prüfungen, mit denen sie Leistungszertifikate erwerben, die ihnen ein gewisses Sprachniveau bestätigen. Die Jugendlichen hätten Spaß und würden sich im Hohenwart Forum sehr wohlfühlen, sagt Borrmann.

Das bestätigt auch Keyla aus Italien, die es gut findet, dass man im Camp dazu gezwungen ist, Deutsch zu sprechen. "I love German, so I want to improve it", sagt die 17-Jährige, die schon seit rund drei Jahren Deutsch lernt und im Mai das B1-Niveau erreicht hat. Später will sie in Deutschland leben, studieren und arbeiten.

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Haben sichtlich Spaß: Beim Pasch-Jugendkurscamp in Hohenwart stehen immer wieder auch sportliche Spiele wie "Capture the flag" auf dem Programm.