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In der Nacht zum Sonntag hat Sarow die Villa schwarz bemalen lassen. Seibel
Nicht jedermann gefällt die komplett schwarze Villa an der Friedenstraße.
Andreas Sarow will, dass die bemalte Villa als Kunst wahrgenommen wird.
31.08.2015

Die schwarze Villa in der Friedensstraße spaltet die Pforzheimer Bevölkerung

Erst mitten in der Nacht werden sie fertig. In mehr als 16 Stunden Arbeit verwandeln der Immobilienhändler Andreas Sarow und seine Mitarbeiter das einst weiße Haus in einen schwarzen, lichtschluckenden Koloss – und sorgen damit in Pforzheim seit Sonntag für Diskussionen. Denn die Veränderung der prächtigen Villa Friedenstraße 103 fordert kontroverse Meinungen geradezu heraus.

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Was halten Sie von der schwarzen Villa im Pforzheimer Rodgebiet?

Gar nichts. Das verschandelt die Gegend. 41%
Für mich ist das Kunst. 23%
Das ist einfach eine witzige Aktion. 36%
Stimmen gesamt 2632

Da gibt es die betroffenen Nachbarn oder Pforzheimer Architekten, die der Kunstaktion distanziert bis skeptisch gegenüberstehen – und die vielen Pforzheimer, die mit Begeisterung reagieren. Allein im sozialen Netzwerk Facebook wird die Meldung lebhaft diskutiert, ganz überwiegend positiv bis euphorisch. Von „Genial!“ über „Normal kann jeder“ bis „Endlich mal jemand, der sich traut nicht so spießig zu sein“ reicht das Spektrum. Aber auch hier ist Platz für Ablehnung – „scheußlich“ – und vor allem für eines: Zweifel, ob die Aktion des Pforzheimer Immobilienhändlers so ganz mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn die Friedenstraße 103 steht unter Denkmalschutz, größere Eingriffe müssen mit der zuständigen Behörde abgesprochen werden. Und das wurden sie nicht.

Deswegen hat die Pforzheimer Denkmalschutzbehörde den Fall auch schon registriert – und ist dabei, ihn zu bearbeiten. Eine Einschätzung vor dem Ende dieses Verfahrens wollte der Pforzheimer Denkmalschutzbeauftragte Christoph Timm am Montag nicht abgeben. Sarow selbst aber ist guten Mutes: „Ich denke, der Denkmalschutz wird die Aktion gut annehmen.“ Die Villa hat er nämlich nicht bloß für sich schwarz angestrichen. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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