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Lamas, Otter, Ponys, aber auch andere Tiere werden von der Auszubildenden gefüttert und gepflegt. Bei Führungen erzählt sie dann den neugierigen Gästen von den Park-Bewohnern und der Arbeit mit den Tieren. Fotos: Türschmann
28.12.2018

Die wildeste Lehre: Elisabeth Klapper ist Azubi des Monats Dezember

Pforzheim. Selbstsicher macht Elisabeth Klapper das Gehege der Lamas auf und begibt sich in das Reich der hungrigen südamerikanischen Paarhufer. „Bei der Fütterung kann es auch schon mal wilder zugehen“, so die Auszubildende, die jedoch die Situation zu jeder Zeit im Griff hat.

Ruhig spricht sie zu den Tieren und sorgt dafür, dass auch jeder etwas bekommt. „Im Sommer müssen wir den Tieren eigentlich kein Futter geben, die Besucher füttern sie genug. Im Winter haben wir weniger Besucher, dann müssen wir nachhelfen“, erklärt die Österreicherin, die für die Ausbildung in die Goldstadt gezogen ist.

Elisabeth Klapper ist Azubi des Monats Dezember

Spätzle statt Kaiserschmarrn

Vor der Ausbildung hatte die 22-Jährige noch nie von Pforzheim gehört. In ganz Deutschland hatte sich die Österreicherin, die aus der Nähe von Bregenz stammt, beworben in Pforzheim hatte es mit der gewünschten Ausbildung dann für sie geklappt. Für den Beruf der Tierpflegerin hatte sie sich schon früh entschieden: „In meiner Kinder war ich immer gerne auf dem Bauernhof und habe mich um Pferde und um andere Tiere gekümmert. Ich wusste schon damals, dass ich einen aktiven Beruf erlernen möchte und am liebsten mit Tieren arbeiten will.“ Für ihren Traumberuf nahm sie es gerne in Kauf, ins Ausland zu ziehen und hat den Schritt auch bislang nicht bereut. Im Wildpark wird die Azubi schon sehr geschätzt. Laut ihrem Ausbilder Alexander Herrmann ist Elisabeth Klapper besonders bei den Park-Führungen stark, die sie souverän meistert. „Am Anfang war sie noch etwas schüchtern, das hat sie aber schnell abgelegt“, so der Ausbilder.

Bildergalerie: Elisabeth Klapper ist Azubi des Monats Dezember

Ausbildung auch in der Wilhelma

Die Ausbildung zum/r Tierpfleger/in in der Fachrichtung Zoo umfasst einige Lehrinhalte, die die 22-Jährige nicht im Pforzheimer Wildpark erlernen kann. Neben dem Besuch der Berufsschule in Ettlingen gehören deshalb auch Hospitanzen in der Stuttgarter Wilhelma zu ihrer Ausbildung. Im großen Zoo der Landeshauptstadt bekommt die Azubi zum Beispiel auch Eindrücke von der Pflege von Reptilien oder anderen exotischen Arten, die es nicht im Wildpark gibt.

Zu der Ausbildung gehört jedoch nicht nur die Tierpflege, sondern auch die Pflege des Wildparks. Nach einem besucherreichen Tag fällt meistens auch viel Müll an, den es zu beseitigen gilt. Zudem müssen die Gehege ebenfalls gereinigt, ausgemistet und gesichert werden. Auch das macht Klapper Spaß, denn die Zusammenarbeit mit den restlichen Wildpark-Mitarbeitern schätzt sie sehr. „Wir sind ein kleines Team und arbeiten stets zusammen. Über Funk sind wir im großen Park auch ständig miteinander in Kontakt“, sagt die Azubi. An die Zeit nach ihrer Ausbildung denkt die 22-Jährige noch nicht. Jedoch verrät sie, dass sie von einem „Work and Travel“ in Neuseeland träumt.

Was muss Ihr perfekter Azubi mitbringen?

Andreas Herrmann, Ausbilder und stellvertretender Leiter des Wildparks

1. Was macht man in der Ausbildung zum/zur Tierpfleger/in?

Die Ausbildung geht von der Pflege des Tieres bis hin zur Pflege des Parks. Dazu gehören auch die Vorbereitung und das souveräne Leiten von Park-Führungen.

2. Welche schulischen Voraussetzungen benötigt man für die Ausbildung?

Der Hauptschulabschluss ist vollkommen ausreichend. Darüber hinaus schauen wir auch auf relevante Fächer, wie zum Beispiel Biologie und Mathematik. Rechnerisches Denken ist wichtig, um zum Beispiel Medikamente exakt zu dosieren oder logistische Aufgaben gut erledigen zu können.

3. Welche Eigenschaften sollte Ihr perfekter Azubi mitbringen?

Der perfekte Azubi sollte viel Einsatzfreude mitbringen und ein hohes Maß an Flexibilität. Außerdem ist ein Gespür für Tiere natürlich unbedingt erforderlich, um zum Beispiel zu merken, wenn es einem Tier schlecht geht.