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OB Gert Hager gratuliert dem neuen Ersten Bürgermeister Dirk Büscher zur Amtseinführung und hat für Büschers Frau Annett einen Blumenstrauß parat. Zahlreiche Politiker und weitere Vertreter der Region verfolgen die Szene mit. Foto: Ketterl
05.10.2016

Dirk Büscher als neuer Erster Bürgermeister ins Amt eingeführt

Jetzt hat er noch eine weitere Aufgabe: Sowohl viele Bürgermeister von Umlandgemeinden als auch mancher Stadtrat haben ihm, so verrät es Pforzheims neuer Erste Bürgermeister Dirk Büscher bei der offiziellen Amtseinführung, offenbar die Funktion eines Außenministers und Brückenbauers ins Pforzheimer Umland zugedacht. Der vorherige Regionalverbandsdirektor Büscher kennt viele der Rathaus-Chefs rings um Pforzheim und hat in seiner Bewerbung um den neuen Posten damit gepunktet. Auch mit Blick auf gemeinsame Ziele. „Das Gewerbegebiet Ochsenwäldle ist ein solcher Ansatz zu einem interkommunalen Projekt.“

Bildergalerie: Dirk Büscher ins Bürgermeister-Amt eingeführt

Dabei will sich Büscher über einen Mangel an Arbeit schon so nicht beschweren. Von einem „Füllhorn an Aufgaben“ spricht er, sein neuer Vorgesetzter, Oberbürgermeister Gert Hager, zählt sie auf: Vom Amt für öffentliche Ordnung übers Standesamt, bei dem die Geburtenrate nur den einen Weg nach oben kenne, über Feuerwehr und Stadtentwässerung, Bäder und Nahverkehr – der kommunale Busbetrieb werde allerdings leider in wenigen Wochen Vergangenheit sein – bis zum Aufsichtsrat der Stadtwerke reiche dies. Allesamt lebensnahe Bereiche und wichtige Aufgaben der Daseinsvorsorge, betont Hager.

Immerhin hatte es im Vorfeld einige Stimmen gegeben, den Posten und das Dezernat nach diversen Privatisierungen einzusparen. An der Zukunft der Bäder weiter zu arbeiten, das nennt Büscher als erstes der Sachthemen in seinem neuen Zuständigkeitsbereich. Besonders herausgegriffen hat er sich aber die Stadtwerke Pforzheim (SWP): „Es ist unsere Aufgabe, die Stadtwerke zukunftsfähig zu positionieren.“ Und noch bevor jemand auf die Idee kommt, der Neue wolle mit dieser Schwerpunktsetzung ein Hineinregieren in die SWP andeuten, wo sein Vorgänger Roger Heidt die Leitung der Geschäftsführung übernommen hat, stellt Büscher sein gutes, partnerschaftliches Verhältnis zu Heidt heraus: Er dankt ihm für eine vorbildliche Staffelübergabe, das Hinzuziehen zu Besprechungsrunden etwa, wie sie „nicht selbstverständlich“ sei.

Alles hat mit Wasser zu tun

Als fachlich sehr versiert, beharrlich, mit einem respektvollen Umgang gegenüber Gesprächspartnern, gelassen und humorvoll hat ihn Gert Hager zuvor bezeichnet. Humorvoll auch die Begrüßung Büschers durch Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff: Nahezu alle Bereiche des Dezernats hätten etwas mit Wasser zu tun, wie Stadtentwässerung und Feuerwehr, und selbst im Standesamt könne manches Auge feucht werden. Darum könne ein „Wasser des Lebens“ (wie die Franzosen Schnaps nennen) nicht schaden, begründet Raff das Geschenk einer entsprechenden Flasche an den neuen Chef.

Als Sprecher des Gesamtpersonalrats rät Franz Herkens zu einem engen Kontakt mit den Arbeitnehmervertretern und warnt vor Einsparungen am Personal. Musikalisch umrahmt hat die Einführung das Trio Roland Härdtner (Mallets), Holger Engel (Piano) und Klaus Dusek, unter anderem mit Dave Brubecks Jazz-Standard „Take five“, das bereits die Woche zuvor bei der Verabschiedung von Roger Heidt zu hören war. Ein bisschen Kontinuität ist immer.