Eine Karte der Flüchtlingsunterkünte im Stadtgebiet. In Schwarz die geplanten 40er-Unterkünfte, darunter der Nagoldhang, der ersetzt werden könnte. Grafik: Stadt Pforzheim
Pforzheim
Diskussion um Nagoldhang: Flüchtlingsunterkünfte bleiben Streitthema
  • Jeanne Lutz

Pforzheim. Vor wenigen Wochen kündigte Oberbürgermeister Peter Boch an, den Nagoldhang nicht wie geplant, als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft nutzen zu wollen, sondern das Grundstück als Schulerweiterungsfläche zu bewahren. Jetzt will der OB diese Entscheidung im Gemeinderat absegnen lassen. Die Räte sind bei dem Thema gespaltener Meinung.

Vor zweieinhalb Jahren beschloss der Gemeinderat nach monatelangen Diskussionen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in den sogenannten 40er-Unterkünften. Die Auswahl der Standorte erfolgte nach einem Punktesystem und wurde dennoch sowohl von den Räten als auch den Anwohnern der gewählten Grundstücke kontrovers diskutiert. Einige Anschlussunterbringungen, wie der Neubau an der Wilhelm-Lenz-Straße, sind inzwischen in Betrieb. Auf anderen Flächen, wie die am Huchenfelder Heerweg, sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Aus fünf weiteren Grundstücken, für die der Gemeinderat die Bebauung mit Unterkünften beschlossen hatte, sollen jetzt vier werden – zumindest, wenn es nach Oberbürgermeister Peter Boch geht. Als er im vergangenen Monat ankündigte, den Standort „Am Nagoldhang“ von der Liste streichen zu wollen, um ihn als Schulerweiterungsfläche freizuhalten, erntete er dafür sowohl Applaus als auch Kritik. Vor allem aber löste er die Diskussion um die Auswahl, die beendet schien, aufs Neue aus.

Nach der Ankündigung scheint der OB jetzt gemeinsam mit Bürgermeisterin Monika Müller Nägel mit Köpfen machen zu wollen. In einer Beschlussvorlage, die dem Gemeinderat am 14. November vorgelegt werden soll, wird dem Rat vorgeschlagen, den Nagoldhang von der Liste zu streichen und stattdessen einen alternativen Standort zu suchen. Die übrigen vier Standorte am Schofer- und Holderweg, der Julius-Naeher-Straße und der Johann-Heinz-Straße sollen bleiben.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.