Pforzheim. „Iran ist momentan die größte Bedrohung für Israel“, sagt Doron Schneider im Gottesdienst der Pforzheimer Baptisten-Gemeinde am Sonntag, wenngleich er nicht mit der angedrohten atomaren Vernichtung rechnet.
. Dennoch sieht der Referent, der in Deutschland geboren und mit elf Jahren zusammen mit seiner Familie nach Israel ausgwandert ist, die dringende Notwendigkeit, auf die andauernde Bedrohung für das erst 70 Jahre Land im Nahen Osten hinzuweisen.
Mit Sack und Pack, einem nagelneuen Mercedes aber ansonsten keinem Pfennig in der Tasche war die Familie 1978 in Haifa angelandet. Schneiders Vater Ludwig, der zuvor in Düsseldorf das „Jesus-Haus“ geleitet hatte, war einem „Ruf Gottes“ ins gelobte Land gefolgt. Später gründete er unter anderem das Magazin „Israel heute“, für das auch Sohn Doron als Journalist und Fotograf arbeitete. Der heute 51-jährige lebt in Israel, hat dort eine messianische Gemeinde gegründet und versteht sich als Dolmetscher zweier Kulturen.
Das Israel-Bild sieht er in den Medien nicht ausgewogen wiedergegeben, im Gegenteil. Insbesondere die Zusammenhänge mit der Siedlungspolitik im Westjordanland sieht er grundlegend falsch und zum Nachteil der Juden dargestellt. Ebenso wie die Kritik der Vereinten Nationen. „Wir müssen immer noch, 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels, um unsere Existenz kämpfen“, klagt Schneider an. Stattdessen sei das kleine Land umgeben von Feinden, woran auch die Deeskalationspolitik wie etwa mit dem Rückzug aus dem Gazastreifen nichts geändert habe. Jeden Tag flögen Brandsätze über die Grenze nach Israel und setzten Wälder und Felder in Flammen. „Das muss gestoppt werden!“ Doch Schneider gibt sich zuversichtlich, und da schließt sich der Bogen zur Religion in seinem Exkurs. Das Existenzrechts Israels entspringt für ihn dem Heilsplan nach Gottes Wille. „Gott ist nicht politisch korrekt, er ist biblisch korrekt!“
Juden aus aller Welt hätten vor 70 Jahren den teils unwirtlichen Streifen Land bewohnbar gemacht und zu wirtschaftlicher Blüte geführt, alles nach dem Plan Gottes. Alle Feindseligkeit in der Region Israel gegenüber entspränge keinen rationalen Gründen sondern sei rein geistlicher Natur, die Motivation, Gottes Plan der Verbreitung des Judentums zu vereiteln. Und so vertrackt bleibt die Situation im Nahen Osten wohl vorerst. Jesus bildet die Schnittstelle, den gemeinsamen Nenner für messianische Juden und Christen, die Schneider aufforderte, sich für das Existenzrecht Israels und das Judentum einzusetzen: „Wir brauchen Euch!“.

