Andreas Kubisch im Austausch mit Wolfgang Dietz. Foto: Bechtle
Reale Begegnung nach Facebook-Kontakt: Alexander Dopatka und Peter Boch. Foto: Bechtle
Eugen Ruhl im Gespräch mit Gert Hager. Foto: Bechtle
Pforzheim
Drei OB-Kandidaten präsentieren sich auf Wochenmarkt
  • Stefan Dworschak

Pforzheim. Er ist eine der Schnittstellen städtischen Lebens – und damit auch der Kommunalpolitik. Am Samstag sind mit Peter Boch, Gert Hager und Andreas Kubisch drei der vier Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt auf dem Wochenmarkt gewesen, um mit Wählern ins Gespräch zu kommen.

Umrahmt von Parteifreunden und Unterstützern verteilen die beiden Favoriten Blumengrüße an die Passanten: CDU-Mann Boch und seine Getreuen haben sich früh schon morgens am Eingang zum Turnplatz bei der Kreuzung KF/Jahnstraße platziert, Amtsinhaber Hager (SPD) und die „Initiative Pforzheim“ im Zentrum. Etwas abseits steht Liste-Eltern-Mitbegründer Andreas Kubisch.

Das Wetter meint es vor der Osterkälte noch einmal gut mit den Bewerbern, die sich unter die Bürger mischen – und auch dann gut gelaunt zeigen, wenn das Gegenüber Kritik anzubringen hat. Die nimmt etwa Peter Boch stellvertretend entgegen. „Warum steht auf den Plakaten nicht, von welcher Partei Sie und die anderen Kandidaten sind?“, fragt ein Senior irritiert. „Das finde ich nicht richtig.“ Es sei eben eine Personenwahl, lautet die Antwort hier wie da. Ein Oberbürgermeister müsse überparteilich sein.

Am ehesten vor solchen Fragen gefeit ist Andreas Kubisch, der zwar Gründungsmitglied der Liste Eltern ist, aber für keine Partei antritt. „Ich finde gut, was er macht“, sagt Wolfgang Dietz, der die Situation bei den Schulen kritisiert. „Bildung ist das Wichtigste.“ Kubisch wiederum will nicht nur als „Schulkandidat“ gesehen werden, betont die Wechselwirkungen politischer, wirtschaftlicher und am Ende eben auch schulischer Entwicklungen. „Alles hängt miteinander zusammen.“

Dennoch sind es meist konkrete Einzelthemen, die die Wochenmarktbesucher umtreiben, zum Beispiel Bädersituation und Buslinien bei Amtsinhaber Hager oder fehlende Plätze in Kindertagesstätten, bei denen Herausforderer Boch ebenso Angriffsfläche sieht wie in puncto „Rostkübel“ und Provisorium an der Zerrennerstraße.

Mindestens so interessant sind die Gespräche, die nicht geführt werden. Wahlhelfer berichten teilweise von Polarisierungstendenzen: Mehr als einmal ist zu beobachten, dass jene, die von der Rathauspolitik völlig frustriert sind oder die Herausforderer aus Epfendorf oder Pforzheim auf keinen Fall für ernst zu nehmende Alternativen halten, dies lieber beim jeweils anderen kundtun, als die Diskussion zu suchen.

Und so wird auf allen Seiten viel gelächelt, gelacht und gescherzt auf dem Marktplatz Politik – auch wenn alle wissen: Wie die Stimmung tatsächlich ist, zeigt sich am 7. Mai.