Die stolze Drillingsmama mit Ayas, Hanas und Reivin umgeben von Dr. Shaojian Ji, Chefarzt der Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Dr. Kai Siedler, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin und dahinter den Pflegefachkräften der Kinderintensiv- und Kinder-IMC-Station Laura, Kerstin und Sarah. Helios Klinikum Pforzheim/Christina Ihle
Helios Klinikum Pforzheim/Chris
Pforzheim
Dreifaches Mutterglück im Helios Klinikum: Atemunterstützung und intravenöse Ernährung waren nötig

Pforzheim. Es sind Momente wie diese, die die Arbeit eines Perinatalzentrums besonders sichtbar machen: Nach mehreren Wochen intensiver medizinischer Betreuung konnten die frühgeborenen Drillinge Hanas, Ayas und Reivin gesund nach Hause entlassen werden.

Bereits seit der zwölften Schwangerschaftswoche hat das Team der Gynäkologie am Helios Klinikum Pforzheim die werdende Mutter aufgrund ihrer Mehrlingsschwangerschaft begleitet. Mithilfe regelmäßiger Kontrolluntersuchungen überwachten die Gynäkologen den Schwangerschaftsverlauf und konnten sich frühzeitig auf die besonderen Anforderungen einer Drillingsgeburt vorbereiten.

Spezialisierte Versorgung nötig

„Die engmaschige Betreuung von Risikoschwangerschaften bereits Wochen vor der Geburt ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Gesundheit von Mutter und Kind. Deshalb haben wir von Beginn an unsere Neonatologen (Neugeborenenmediziner) eingebunden, um die Geburt optimal vorzubereiten und unseren kleinsten Patienten vom ersten Augenblick an die bestmögliche Versorgung zu bieten“, sagt Dr. Shaojian Ji, Chefarzt der Geburtshilfe und Frauenheilkunde.

Die Drillinge kamen deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt benötigten sie eine spezialisierte Versorgung mit Atemunterstützung und intravenöser Ernährung, wie sie in Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) angeboten wird.

Auf der Kinderintensivstation des Helios Klinikums steht rund um die Uhr ein neonatologisches Team aus Neonatologen, Kinderintensivmedizinern, speziell ausgebildeten Pflegekräften und Therapeuten bereit. Behandelt werden dort Frühgeborene ab der 22. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von teilweise unter 500 Gramm. Die Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen ermöglicht es, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Direkt an die Kinderklinik angebunden ist die Kinderchirurgie. Früh- und Neugeborene mit angeborenen Fehlbildungen – etwa der Speiseröhre, des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchwand – können dadurch vor Ort operiert werden. Zuletzt wurde so ein 600 Gramm schweres Frühgeborenes erfolgreich am Darm operiert.

„Gerade bei Früh- und Neugeborenen sind kurze Wege und eine gute Abstimmung zwischen Neonatologie und Kinderchirurgie von entscheidender Bedeutung. Da Diagnostik, Intensivmedizin und operative Versorgung an einem Standort verfügbar sind, können wir unsere kleinen Patientinnen und Patienten besonders schnell und schonend behandeln“, sagt der Chefarzt der Kinderchirurgie, Dr. Thomas Ringle.

Für die Familien bedeutet die Versorgung an einem Standort, dass Klinikverlegungen häufig vermieden werden können. Eltern können ihre Kinder täglich besuchen, sich an der Pflege beteiligen und wichtige Entwicklungsschritte unmittelbar miterleben. Gerade bei Frühgeborenen, die oftmals mehrere Monate im Klinikum versorgt werden, spiele diese Nähe eine wichtige Rolle.

So empfand es auch die frisch gebackene Drillingsmama: „Ich konnte meine Kinder jederzeit besuchen. Oft war ich bis spät in der Nacht bei ihnen und am nächsten Morgen direkt wieder. Die langen Besuchszeiten haben mir ermöglicht, so oft es geht bei meinen Kleinen zu sein und sie selbst zu stillen.“ Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Natürlich nicht alle drei gleichzeitig, aber dass ich stillen und zusätzlich Milch abpumpen konnte, war die perfekte Kombination, damit alle ihre benötigte Tagesmenge bekommen.“

Dass die Drillinge nach einigen Wochen gesund nach Hause entlassen werden konnten, ist auch für das Team ein besonderer Moment.

„Wenn wir Kinder wie Ayas, Reivin und Hanas nach einem schwierigen Start ins Leben gesund in ihre Familie entlassen können, ist das für uns Ansporn und Bestätigung zugleich“, sagt Chefarzt Dr. Kai Siedler, Leiter der Neonatologie.

Zum Abschied überreichte das Team des Helios Klinikums den Eltern noch 1000 Windeln – eine Starthilfe, die bei drei Neugeborenen schnell aufgebraucht sein dürfte.