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René Weller ist dement, wie Ehefrau Maria in der Boulevardpresse verkündete.  Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild 

Ehefrau von Pforzheimer Boxlegende René Weller macht seine Demenz öffentlich

Pforzheim. Gerade erst ist die Nachricht über René Weller durch die Boulevardpresse geeilt, und schon steht sie im Onlinelexikon Wikipedia: „Im Juli 2021 wurde bekannt, dass Weller bereits seit Jahren an einer zunehmend schweren Demenz leidet.“ Für den am 21. November 1953 in Pforzheim geborenen Boxer scheint nun der härteste Kampf seines Lebens begonnen zu haben: Nach medizinischen Erkenntnissen gibt es für eine Demenz und die damit verbundene fortschreitende Beschränkung von Hirnleistungen keine Heilung. Die Ursachen für das Nachlassen von Gedächtnis und Denken sind unterschiedlich – so viel aber ist wohl sicher: Es ist ein harter, trauriger Kampf für alle Beteiligten.

Wellers Ehefrau Maria hatte sich mit der Demenz-Nachricht an ein Boulevardblatt gewandt. Vor Wochen habe René Weller das Haus verlassen und dann nicht mehr zurückgefunden. Pforzheimer hätten ihn nach Hause geleitet. Jetzt müsse sie die Haustüre abschließen. Maria Weller, geborene Dörk, hatte die Demenz publik gemacht, „damit die Fans davor Respekt haben“. Der 67-Jährige – neunfacher Deutscher Meister und Vize-Europameister bei den Amateuren, Deutscher Meister und zweifacher Europameister der EBU bei den Profis – wirkt offenbar nicht mehr wie der selbstbewusste Boxer, der als „schöner René“ für Schlagzeilen sorgte, im Kinofilm „Macho Man“ die Hauptrolle spielte, als Schlager- und Rap-Sänger auftrat und „Rewell“-Lederjacken vertrieb.

In seiner Heimatstadt war er wegen seiner sportlichen Erfolge und seiner Entertainertalente für viele ein Idol, während er für etliche andere zu einer Reizfigur wurde, wegen seiner Playboy- und Machosprüche und wegen seines bewegten Lebenswandels, der ihn mit dem Gesetz in Konflikt geraten ließ.