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Verheißungsvoller Auftakt: Lydia Schubert (links), Vorsitzende des Vereins Leerstand als Freiraum, begrüßt die Gäste der Vernissage. Foto: Seibel
23.07.2015

Ein Leerstand voller Kunst

Pforzheim. Heiß geht’s her und eng geht’s zu an diesem Mittwochabend in der Bahnhofstraße 7 neben der Sparda-Bank. Die Eröffnung des von der PZ unterstützten Kunstprojekts zum Thema Wahrnehmung führt vor Augen, dass der neue Verein Leerstand als Freiraum den Nerv vieler Menschen getroffen hat. Zahlreiche Hochschüler, aber auch etliche Pforzheimer Bürger wollen erkunden, wie Künstler die Stadt sehen und sie zum Erlebnis machen.

Bildergalerie: Studenten nutzen Leerstand für Kunstausstellung

So viele Studenten habe er in der Innenstadt noch nie auf einem Fleck gesehen, staunt ein Besucher. „Ich bin froh, dass das studentische Leben in die City kommt“, sagt der Geschäftsführer von Getränke Hüttinger, Stefan Ernst: „Vielleicht wächst aus dieser kleinen Pflanze noch ein bisschen mehr.“ Auch Christine Müh, Chefin des Kommunalen Kinos, ist unter den Gästen. „Genau das braucht Pforzheim – urbanes und subkulturelles Leben“, schwärmt sie. Der Fotograf Christian Metzler findet das Projekt „ganz, ganz großartig, weil was gemacht wird und ich das Gefühl habe, dass es angenommen wird“.

Ob so vielen Lobs und so großer Resonanz strahlen die jungen Macher, die bis zur letzten Sekunde in den leer stehenden Ladenflächen im Keller, Erdgeschoss und ersten Stock gewerkelt haben, allen voran die Vereinsvorsitzende Lydia Schubert. Wie sie erklärt, setzen sich alle Künstler, die aus dem Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland anreisen, gemeinsam mit der Bevölkerung mit dem städtischen Raum auseinander. Die Besucher der Vernissage können etwa mitverfolgen, wie Antonia Teresa vor dem an die Wand projizierten, abstrahierten Grundriss der „Schmuckwelten“ tanzt, den Magdalena Ulrich, ebenfalls aus Berlin, gezeichnet hat. Bewegte und unbewegte Bilder sind zu bestaunen. Optisch, akustisch und haptisch nähern sich Interessierte dem, was die Künstler in Pforzheim inspiriert hat. Die Bahnhofstraße 7 ist ein Schmelztiegel der Kreativität. Reinschauen und mitmachen kann man hier bis 2. August täglich von 12 bis 18 Uhr.

www.laf-ev.de