Auch Schlagersänger Jörg Augenstein hat es sich nicht nehmen lassen, beim großen Dillschdemer Faschingsumzug mitzumischen.
Moritz
Pforzheim
Ein Stadtteil fest in Narrenhand: Rund 11.000 Besucher feiern friedlich beim Dillweißensteiner Umzug

Pforzheim-Dillweißenstein. Immer wieder huschen die Blicke der Besucher die Hirsauer Straße hinunter. Sie alle halten Ausschau nach der Kanone der Stunde, der „Grausamen Barbara“, die traditionell lautstark das Startsignal für den Dillweißensteiner Umzug gibt. Als in der Ferne der erste Schuss ertönt, weicht die freudige Anspannung einem breiten Grinsen in den Gesichtern der Besucher: Die Party kann beginnen.

Und das, sehr zur Freude vor allem der vielen Familien, erstmals an einem Samstag. „Dienstag musste ich mir immer extra freinehmen“, erklärt Andrea Merkle, die gemeinsam mit Marco und Nicole Hüttenberger sowie dem Nachwuchs aus Birkenfeld nach Dillweißenstein gekommen ist. „Samstag ist schon geschickter“, bestätigt Nicole Hüttenberger – auch wenn der Dienstagstermin sie nie abgehalten habe, die närrische Sause in Pforzheim zu besuchen. Anders als bei Cigdam Bender. „Unter der Woche hat das nie gepasst. Wir wollten aber immer mal herkommen, denn meine Tochter ist ganz faschingsverrückt“, erklärt sie. Ebenfalls Fans des neuen Termins sind Kerstin Kunze und Sandra Weber, die das erste Mal „seit bestimmt zehn Jahren“ wieder zum Umzug nach Dillweißenstein gekommen sind, „eben weil es jetzt ein Samstag ist“, erklärt Kunze. Weber begrüßt das „breitere Publikumsspektrum“, das so erreicht werde, was der Stimmung sehr guttue. „Wegen uns könnten sie hier morgen gleich noch einmal Umzug machen – wir wären da“, zeigt sich Kunze begeistert.

Der Dillweißensteiner Faschingsumzugs hat wieder tausende Besucher in den Pforzheimer Stadtteil gelockt. Erstmals fand das närrische Treiben an einem Samstag statt. Das war nicht die einzige Neuerung.

Tatsächlich ist die Stimmung sehr ausgelassen, vor allem rund um das Kriegerdenkmal, wo die Jugendlichen zur Musik von DJ Partyfreiheit feiern, und am Ludwigsplatz, wo der CDU-Stadtrat und Brötzinger Tausendsassa Jörg Augenstein sowohl als Moderator als auch mit Gesangseinlagen die Meute anheizt. Doch auch dazwischen hat sich die Narretei Bahn gebrochen, Dillweißenstein in eine Faschingshochburg verwandelt. Und die Bewohner ziehen mit. Wie die Höllen-Hexen an der Hirsauer Straße, die Erfrischungen reichen, oder auch Oliver Klotz, der aus seiner Garage an der Herrenstraße Fasnachtsküchle, Pommes und Getränke verkauft. „Ich habe hier eine geschickte Lage, zwischen Feuerwehr und Ludwigsplatz“, erklärt er während das Küchenteam, darunter seine Brüder Manuel und Robin gemeinsam mit Freunden, tütenweise Frittiertes über die Theke reichen. Die Bilanz noch bevor der Umzug richtig losgeht: „Sehr gut, ich habe schon etwas Angst, dass der Teig ausgeht“, verrät Klotz. 2021 wolle er wieder dabei sein, dann mit Motto.

So wie es einige der insgesamt 51 Zugnummern schon haben – und sich dabei stellenweise fast nackig für machen.

Mehr zum närrischen Treiben in Dillweißenstein lesen Sie am Montag, 24. Februar in der "Pforzheimer Zeitung".