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Ein Windhund-Gemälde des Malers Erwin Aichele "bewacht" den Eutinger Ortschaftsrat.
Ein Windhund "bewacht" Eutinger Ortschaftsrat © Ketterl
18.02.2011

Ein Windhund "bewacht" Eutinger Ortschaftsrat

PFORZHEIM Böse Zungen behaupten, die Stadt Pforzheim habe den 60. Geburtstag des Eutinger Ortsvorstehers Helge Hutmacher zum Anlass genommen, dem Stadtteil ein besonderes Geschenk zukommen zu lassen: ein voluminöses Gemälde von Erwin Aichele (1887–1974), des Ehrenbürgers der einst selbstständigen Gemeinde.

Als am Mittwochabend die Ortschaftsratssitzung stattfand, hing das Bild im Ratssaal. Was einem der anwesenden Bürger die Bemerkung entlockte: „Das haben die wohl loshaben wollen.“ Nun ist Kunst bekanntlich Geschmacksache. Wie auch sicher die Arbeiten von Erwin Aichele nicht auf allgemeines Gefallen stoßen. Doch der frühere Professor an der Kunstgewerbeschule gilt als ein „Großer“ unter den Tiermalern. Seine frühen Arbeiten tragen expressionistische Züge. Danach waren sie, ganz der Natur nachempfunden, realistisch. Im Alter wurden die Aquarelle und Zeichnungen „moderner“. Aichele entwickelte seine eigene Handschrift.

Die Eutinger verehrten ihren Erwin Aichele. Sie waren stolz auf den berühmten Mitbürger. Im Eutinger Rathaus ist man in Amtsstuben und im Treppenhaus sozusagen „auf Du und Du“ mit dem Maler.

Aber wo ist denn dieser Windhund (gemalt 1913) „entlaufen“, der so gar nicht dem bekannten „Aichele-Stil“ entspricht und nun mit einem dicken Goldrahmen den Ratssaal ziert? Im Pforzheimer Rathaus nachgefragt, war zu erfahren, dass es sich bei dem Gemälde „Windhund“ um eine Leihgabe an die Stadt Pforzheim handelt. Es gehöre einem Herrn aus Stuttgart. Der Leihvertrag mit dem Besitzer wurde unbefristet abgeschlossen. So wird der Windhund wohl auch unbefristet über die künftigen Sitzungen des Ortschaftsrats wachen.