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Obermeister Joachim Butz (rechts) und SWP-Chef Herbert Marquard beleuchten bei einer Podiumsdiskussion die Aussichten auf dem Energiemarkt. 

Energiegeladener Austausch bei Hauptversammlung der Innung für Sanitär und Heizung

Pforzheim. Präsenz-Veranstaltung mit breiter Themenfülle: Die Hauptversammlung der Innung für Sanitär und Heizung fand im gut besuchten PZ-Forum statt. Zu Geschäftsbericht 2021 und Haushaltsplan 2022 kamen durch Ukraine-Krieg und Pandemie auch aktuelle Themen wie die Entwicklung am Energiemarkt.

Über Letzteres sprach Obermeister Joachim Butz bei einem Podiumsgespräch mit Herbert Marquard, seit 2019 Geschäftsführer der Stadtwerke Pforzheim. Mit Blick auf die aktuellen Befürchtungen vieler Kunden stellte Butz gleich zu Beginn und mit Blick auf den Winter und den Verzicht auf die Pipeline Nord Stream 2 die Frage nach der künftigen Gasversorgung der SWP/GVP.

Die Preise – sowohl beim Öl, als auch beim Gas seien "sehr volatil. Putin hält nur noch eine Leitung ohne Einschränkungen offen", so Marquard. Sofern die Lieferungen "stabil laufen, kommen wir auch über den Winter". Und er fügte im gleichen Atemzug hinzu:

"Ich finde den Wirtschaftsminister gut: Der macht eine überparteiliche Politik. Wir bekommen Gas über die Schweiz und via Italien: Wir sind also auf dem Weg. Aber mit nur einem LNG-Terminal kommen wir nicht aus".

Marquard erwartet, dass die Preise für Pipeline-Gas und LNG-Flüssiggas künftig gleich sein werden – und mahnt: "Effizienz ist der beste Energie-Sparer".

Wärmepumpen gefragt

Mit Blick auf eventuell notwendige Priorisierungen im Versorgungsgebiet der SWP sagte Marquard: "Amazon und die Schmuckindustrie würden als erste rausgenommen". Und: "Die Netzagentur gibt nur die Mengen der Abschaltung vor, nicht das wo."

Im Neubausektor beschrieb Joachim Butz eine erhöhte Nachfrage nach Wärmepumpen. Er warf daher die Frage auf, ob die Stadtwerke genügend Strom und Fernwärme liefern können. Marquard beruhigte: "Wir kommen bis 2026". Er plädierte für den weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung "in der Innenstadt und darüber hinaus". Als Ziel nannte er "80 Prozent".

Bei der Elektromobilität sehe er keine Kapazitäts-, sondern Standortprobleme, so Marquard. "In den nächsten Jahren müssen in Pforzheim 100 Ladestellen entstehen". Butz appellierte: "Die Betriebe brauchen Ladepunkte!". Marquart entgegnete lächelnd: "Die Stadtwerke werden das nicht kostenlos zur Verfügung stellen." Butz beharrte: "Wir haben kein Problem, das selbst zu kaufen."

Neue Gesichter

Weitere Gäste und Referenten der Hauptversammlung waren der neue Kreishandwerksmeister, Frank Herrmann, der junge Technische Leiter Messstellenbetriebe der SWP, Patrick Fischer und der GPA-Vorsitzende Uwe Müller.

Nach dem Bericht des Obermeisters über gravierenden Preissteigerungen und Materialengpässe präsentierte Matthias Morlock den Geschäftsbericht 2021 der Innung Sanitär und Heizung. Auf den Bericht der Kassenprüfer Bernd Bulling und Reinhold Müller folgte die einstimmige Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie die ebenfalls einstimmige Genehmigung des Haushaltsplans 2022.

Mit den Ehrungen der langjährigen Mitarbeit in der Innung von Kim Braun, Frank Acker, Frank Bischoff und Frank Bossert, Reinhold Müller und der Verabschiedung von Rolf Köhler und der Ankündigung des diesjährigen SHK-Verbandstags (14. bis 16. Juli ) im CCP klang die Jahreshauptversammlung aus.