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Der Buchautor Andreas Grüner (von links) zusammen mit den Zeitzeugen Elmar Goldmann, Renate Gorgus, Manfred Hudelmaier, Fritz Gorgus und Klara Deecke (Leiterin vom Stadtarchiv) vor einem Modell-Diorama, das im Ausschnitt Teile der Trümmerstadt zeigt. In dem Buch wird die Industriegeschichte und Feldbahneinsätze im Raum Pforzheim gezeigt.
Der Buchautor Andreas Grüner (von links) zusammen mit den Zeitzeugen Elmar Goldmann, Renate Gorgus, Manfred Hudelmaier, Fritz Gorgus und Klara Deecke (Leiterin vom Stadtarchiv) vor einem Modell-Diorama, das im Ausschnitt Teile der Trümmerstadt zeigt. In dem Buch wird die Industriegeschichte und Feldbahneinsätze im Raum Pforzheim gezeigt.
09.03.2018

Erinnerungen an die Trümmer - Neues Buch über die Feldbahneinsätze nach dem Krieg

Manfred Hudelmaier, 79, verlor als Bub sein Zuhause durch die Bombardierung am 23. Februar 1945. Sein Stiefvater gründete die Firma Schirdewan im Jahr 1948. Mit Pickeln und der bloßen Hand begannen die Männer, die Trümmer in der Innenstadt beiseite zu räumten unter denen immer wieder Überreste der Toten lagen.

Daran erinnert er sich bis heute. Und Elmar Goldmann, 89, Seniorchef des gleichnamigen Baustoffhandels, erinnert sich daran, wie seine Familie auf die amerikanische Hilfe angewiesen war, um an Baumaterialien heranzukommen. Fritz Gorgus aus Birkenfeld war zum Kriegsende Lehrling einer Pforzheimer Werkzeugbau-Firma und musste als 14-Jähriger Bäume entrinden, damit sie für das ausgebrannte Gebäude als Dach zurechtgeschnitten werden konnten. Diese Aussagen von Zeitzeugen sind wichtiger Kern des neuen Büchleins von Andreas Grüner. Der 52-jährige Bautechniker hat zehn Jahre lang recherchiert, Vorträge im Stadtarchiv gehalten, und hat nun den dritten Teil der „Industriegeschichte und Feldbahneinsätze im Raum Pforzheim“ mit Hilfe von Fotomaterial des Stadtarchivs und aus Privatbesitz im Jeff Klotz Verlagshaus, Remchingen, herausgebracht. Er beschreibt darin, wie nach der großen Zerstörung die Grundstücke zunächst per Hand, dann mit Hilfe der Feldbahn und später mit Lastwagen freigeräumt und das Gebiet Pfaffenwiesen im Brötzinger Tal und später der Wallberg mit Trümmern aufgefüllt wurden. Im Sommer 1957 wurde nach elf Jahren die letzte Trümmermühle am Waisenhausplatz abgebaut. Dort hatte man den Schutt gemahlen und in Kunststeinfabriken zu Hohlblocksteinen verarbeitet. Die zerstörten Brücken hemmten den Wiederaufbau. Es musste schnell Ersatz geschaffen werden.

Der Nieferner Autor Andreas Grüner wird am Mittwoch, 21. März, um 19 Uhr über die Trümmerräumung im Museum am Kappelhof referieren. Sein Buch, 84 Seiten mit 91 Fotos (ISBN 978-3-946231-10-3) ist bei ihm für 14,90 Euro plus Porto zu beziehen ag@die-auers.net oder auch beim Verlag unter der Adresse www.klotz-verlagshaus.de.