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Annett Büscher hat aus der Haustür einen Adventskalender gemacht, ihr Mann Dirk Büscher zeigt das entscheidende Datum an. Heute kann Pforzheims Erster Bürgermeister mit Freunden und der Familie zugleich seinen 50. Geburtstag und Heiligabend feiern.
Annett Büscher hat aus der Haustür einen Adventskalender gemacht, ihr Mann Dirk Büscher zeigt das entscheidende Datum an. Heute kann Pforzheims Erster Bürgermeister mit Freunden und der Familie zugleich seinen 50. Geburtstag und Heiligabend feiern.
23.12.2016

Erst die Feier, dann die Bescherung: Dirk Büscher wird 50 Jahre alt

Exakt 24 kleine Fensterscheiben birgt die Eingangstür zum Haus der Büschers. Annett Büscher hat sie in einen Adventskalender verwandelt: Jeden Morgen wird eine Zahl durch ein weihnachtliches Motiv ersetzt. Drinnen an den Wänden finden sich drei Girlanden mit jeweils 24 Päckchen – schließlich soll jedes der Kinder täglich eine schöne Überraschung erleben. Überhaupt hat die „24“ in dieser Familie eine besondere Bedeutung. Dirk Büscher, Pforzheims neuer Erster Bürgermeister, kann heute nicht nur Heiligabend, sondern auch Geburtstag feiern – einen runden noch dazu.

Geschenke im Doppelpack

Vor 50 Jahren kam der heutige Verwaltungsprofi als das auf die Welt, was man Christkind nennt. Von Menschen mit demselben Geburtsdatum finden sich im Internet Berichte, die nicht nur fröhlich klingen. „Ich wurde um ein Fest betrogen“, heißt es etwa. Andere schildern die kindliche Durststrecke bis zur nächsten Bescherung als furchtbar lang.

Dirk Büscher hat seine bisherigen Geburtstage in guter Erinnerung: „Das war immer sehr nett.“ Vielleicht auch deshalb, weil seine Eltern Dirks und Christi Geburt stets separat feierten. „Ich durfte mich zweimal auf Geschenke freuen“, berichtet der in Lünen geborene Westfale. Am Vormittag des 24. Dezember habe er die Geburtstagsgeschenke erhalten, am späten Nachmittag dann die Weihnachtspräsente. Als Jugendlicher freute er sich darüber, dass die Geschenke „zusammengefasst“ werden konnten. Während Altersgenossen länger auf die Erfüllung größerer Wünsche warten mussten, gab es bei ihm schon mal die Stereoanlage auf einen Rutsch.

„Party schmeißen ist nicht“

Natürlich habe das Fest zum Fest auch Nachteile. „Party schmeißen ist nicht an Heiligabend“, sagt Büscher verschmitzt. Geburtstage wurden dann einfach im Frühjahr bei schönerem Wetter nachgefeiert. Und dann war da eben immer diese 364 Tage währende Durststrecke. „Im Sommer habe ich verstärkt die Geburtstagsfeiern von Freunden wahrgenommen“, erzählt der Diplom-Ingenieur, der nach Stationen im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, beim Regionalverband Heilbronn-Franken sowie beim Verband Mittlerer Oberrhein 2008 zum Direktor des Regionalverbands Nordschwarzwald gewählt wurde. Dass er in jenem Jahr sein Haus am Rande Pforzheims just am 24. Dezember bezog, versteht sich fast schon von selbst. „Die Möbelpacker haben alles reingestellt, wir haben um 12 Uhr die Tür abgeschlossen und sind zu den Eltern gefahren“, erinnert sich Büscher schmunzelnd.

Wie feiert er denn nun heute den 50.? Büscher wird Glückwünsche entgegennehmen – „per Post, per WhatsApp, der eine oder andere ruft auch heutzutage noch an“. Morgens gibt es einen Brunch mit Eltern und Freunden. „Ich werde wohl auch etwas in mich gehen, wie das so ist, wenn man 50 wird – bislang habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“ Zu überdenken gibt es vieles nach diesem „spannenden“ Jahr: „Ich schaue mit großer Zufriedenheit zurück und mit großer Erwartung und Freude nach vorne.“

Spannende Aufgaben

Einige Herausforderungen sieht er für Pforzheim und für sein Dezernat IV. Die Bäder werden „in den nächsten Jahren ein sehr wichtiges Thema“ sein. Auch bei der Haushaltskonsolidierung müsse es vorwärtsgehen. OB Gert Hager, große Teile des Gemeinderats und er selbst seien sich einig, dass das „Gefühlsthema“ Sicherheit und Ordnung angegangen werden müsse. „Wenn wir Angsträume haben, müssen wir durch strukturierte Kontrollen etwas dagegen tun“, sagt Büscher, der trotz hoher rechtlicher Hürden einen Anlauf in Sachen Videoüberwachung unternehmen will. Das Amt des Ersten Bürgermeisters sei „eine spannende Aufgabe im Sinne des Miteinanders in unserer Stadt“.

Die beruflichen Pläne werden zumindest vorübergehend in den Hintergrund rücken, wenn heute Nachmittag der Kirchenbesuch den Übergang vom Geburtstag zum Weihnachtsfest einläutet. Nicht nur der Papa, sondern auch die Kinder Paulina (10), Amelie (12) und Benjamin (15) und natürlich Ehefrau Annett dürfen sich dann über Geschenke freuen.

Letztere kann quasi umgehend mit den Vorbereitungen für einen weiteren außergewöhnlichen Festtag beginnen. „Meine Frau ist ein Silvesterknaller“, verrät Dirk Büscher grinsend. Tatsächlich wird Annett Büscher an einem 31. Dezember geboren. „Ich kann jeden Tag sagen, ich habe dieses Jahr noch Geburtstag“, sagt die Brandenburgerin. Zum 43. bekommt sie wie immer gratis ein weltweites Feuerwerk geschenkt.