Pforzheim. Wer will, wer hat noch nicht? Das kommt nie wieder – nicht an dieser Stelle. Es ist die letzte öffentliche Führung, die Grabungsleiter Thomas Künzel den rund zwei Dutzend Pforzheimern anbietet. Sie alle wollen und können einen Blick durch ein Zeitfenster ins frühe Mittelalter, als hinter den heutigen Rathäusern die älteste Straße Pforzheims – eine Pflasterpiste aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts – angelegt wurde, eine steinerne Klosterkirche das Vorgängerkloster aus Fachwerk ersetzte, ehe nach der Reformation die Dominikaner Pforzheim verließen. Was folgte, war die Umwandlung des Klosters in eine Lateinschule, gewissermaßen der Vorgänger des Reuchlin-Gymnasiums – und die erste Zerstörung der Stadt im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs Ende des 17. Jahrhunderts.
Hans Gölz-Eisinger gesellt sich zur Gruppe – der Stadtkirchenpfarer wird die Neugierigen begleiten zu seinem Gotteshaus am Zusammenfluss von Enz und Nagold. Hier findet auch die Vorbereitung zu einer Kooperation zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart und dem vor zehn Jahren von Friedel Völker gegründeten Stadtwiki Pforzheim-Enz: Mithilfe von Fotos, die Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln von der Stadtkirche schießen, soll ein Modell erstellt werden. Federführend ist in diesem Fall die Grafikerin Hanna Belecki bei der Denkmalbehörde – und sie nennt andere Felder, auf denen die Technik bereits erfolgreich eingesetzt wird: in der Medizin, der Unfallrekonstruktion sowie Stressanalysen bei Werkstoffen und Bauteilen wie etwa Schiffsschrauben nach ein paar Jahren Belastung.
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